- Ergebnisqualität (30%) 8,0
- Funktionsumfang (25%) 9,0
- Benutzerfreundlichkeit (20%) 7,0
- Preis-Leistung (15%) 8,0
- Support & Verlässlichkeit (10%) 6,0
Du hast ein zweistündiges Interview aufgenommen und brauchst daraus ein sauberes Transkript, ein paar Social-Clips und eine Zusammenfassung. Genau dafür ist Exemplary AI gebaut. Das Tool verspricht Transkription in über 90 Sprachen, automatische Übersetzung, Clip-Erstellung und einen KI-Chat, der Fragen direkt aus deinem Transkript beantwortet. Für diesen Test habe ich den kostenlosen Plan und den Starter-Plan über zwei Wochen ausprobiert, mit deutschen und englischen Podcast-Aufnahmen, Zoom-Mitschnitten und einem Interview mit zwei Sprechern. Mein kurzes Fazit vorweg. Die Transkriptionsqualität ist stark, der Funktionsumfang fürs Geld ordentlich. Die Web-App ruckelt aber öfter, als sie sollte, und gelegentliche Login-Probleme haben mich im Test Zeit gekostet. Wer regelmäßig viel Audio verarbeitet, bekommt hier trotzdem ein erstaunlich rundes Paket.
Was ist Exemplary AI?
Exemplary AI ist eine cloudbasierte Plattform für die Transkription von Audio und Video. Das Tool wurde im März 2023 veröffentlicht und kombiniert mehrere große Sprachmodelle, um aus Aufnahmen durchsuchbare Texte zu machen. Die Kernfunktion lautet einfach. Du lädst eine Datei hoch, Exemplary AI wandelt sie in ein editierbares Transkript um und baut darauf weitere Inhalte auf.
Über die reine Transkription hinaus deckt die Plattform einen ganzen Workflow ab. Dazu gehören Übersetzung in über 90 Sprachen, automatische Zusammenfassungen, Blogartikel und Quotes aus dem Gesprochenen sowie ein Clip- und Audiogram-Maker für Social Media. Der eingebaute KI-Chat lässt dich Fragen zum Inhalt stellen, ohne das komplette Transkript zu lesen. Aus einem einstündigen Podcast wird so in wenigen Minuten ein Set aus Transkript, Kurzfassung und mehreren teilbaren Schnipseln.
Die Zielgruppe sind Podcaster, Content-Teams, Journalistinnen und alle, die regelmäßig gesprochene Inhalte weiterverarbeiten. Das Alleinstellungsmerkmal liegt darin, dass Transkription und Content-Erstellung in einer Oberfläche zusammenlaufen, statt dass du dein Transkript erst exportierst und dann ein zweites Tool fütterst. Damit positioniert sich Exemplary AI zwischen den reinen Transkriptions-Diensten und den großen Videoeditoren, ohne in einer der beiden Kategorien das Maß aller Dinge zu sein. Hinter dem Tool steht ein kleineres Anbieterteam, das die Plattform seit dem Start regelmäßig erweitert hat, was sich an der wachsenden Funktionsliste ablesen lässt.
Exemplary AI im Test: So bin ich vorgegangen
Getestet habe ich den kostenlosen Plan und den Starter-Plan über zwei Wochen. Als Material dienten drei deutsche Podcast-Folgen, zwei englische Interviews und ein Zoom-Mitschnitt mit deutlichen Hintergrundgeräuschen. Im Fokus standen vier Anwendungsfälle. Erstens die Transkriptionsgenauigkeit bei sauberem und bei verrauschtem Ton, zweitens die Übersetzung ins Deutsche, drittens die automatische Erstellung von Clips und viertens der KI-Chat zum Durchsuchen langer Aufnahmen. Nicht getestet habe ich den Team-Plan mit SSO und die API, da beides für Einzelnutzer und kleine Teams selten relevant ist. Alle Eindrücke stammen aus der täglichen Arbeit, nicht aus einem einmaligen Schnelldurchlauf. Zusätzlich habe ich dieselben Aufnahmen testweise durch ein reines Transkriptions-Tool laufen lassen, um die Qualität einordnen zu können. So lässt sich beurteilen, ob der All-in-one-Ansatz bei der Kernaufgabe Kompromisse erfordert oder mithält.
Exemplary AI Funktionen im Überblick
| Funktion | Vorhanden | Einschätzung |
|---|---|---|
| Transkription (90+ Sprachen) | Ja | Sehr genau bei klarem Ton, auch deutsche Aufnahmen sauber |
| Sprecher-Erkennung | Ja | Trennt zwei Sprecher zuverlässig, bei drei oder mehr gelegentlich Fehler |
| Übersetzung | Ja | Brauchbar fürs Verständnis, qualitativ unter spezialisierten Übersetzern |
| KI-Content (Zusammenfassung, Blog, Quotes) | Ja | Spart Zeit, braucht aber redaktionelle Nacharbeit |
| Clip- und Audiogram-Maker | Ja | Funktioniert solide, Export auf 10-Minuten-Clips begrenzt |
| KI-Chat zum Transkript | Ja | Praktisch, um lange Aufnahmen schnell zu durchsuchen |
| Synchroner Transkript-Editor | Ja | Text und Audio laufen parallel, schnelle Korrektur |
| Free-Plan | Ja | 60 Minuten pro Monat, alle Kernfunktionen testbar |
| API-Zugang | nur Paid | Erst ab Pro-Plan verfügbar |
Die Transkription ist der stärkste Teil. Bei sauberem Ton lag die Genauigkeit auf dem Niveau der besten Tools im Markt, deutsche Fachbegriffe und Eigennamen wurden meist korrekt erkannt. Der Editor zeigt Text und Audio synchron an, sodass du beim Korrigieren direkt an die passende Stelle springst. Das macht die Nacharbeit angenehm schnell, gerade bei längeren Aufnahmen. Bei meinem verrauschten Zoom-Mitschnitt sank die Trefferquote spürbar, das Ergebnis blieb aber brauchbar und mit wenigen Korrekturen sendefertig.
Die Sprecher-Erkennung trennt zwei Personen verlässlich, bei drei oder mehr Sprechern schlichen sich gelegentlich Verwechslungen ein, die ich manuell beheben musste. Die Übersetzung ins Deutsche reicht aus, um den Inhalt fremdsprachiger Aufnahmen zu erfassen, sie erreicht jedoch nicht die Feinheit eines spezialisierten Übersetzungsdienstes. Bei förmlichen Texten oder Wortwitz holpert sie.
Die Content-Funktionen wirken solide, aber nicht fertig poliert. Zusammenfassungen und Quotes sind ein guter Startpunkt, brauchen aber immer eine redaktionelle Hand, bevor sie veröffentlicht werden können. Der Clip-Maker liefert ansehnliche Audiograms mit automatisch gesetzten Untertiteln, die 10-Minuten-Grenze beim Export engt längere Formate jedoch ein. Der KI-Chat hat mich am meisten überrascht. Bei einem 70-minütigen Interview fand er auf die Frage nach einer bestimmten Aussage sofort die richtige Passage samt Zeitstempel. Das spart bei der Recherche viel Scroll-Arbeit. Auch der Export überzeugte. Transkripte lassen sich als Text, Untertiteldatei oder als formatiertes Dokument herausgeben, was die Weiterverarbeitung in anderen Programmen erleichtert. Insgesamt deckt Exemplary AI einen breiten Workflow ab, an manchen Stellen merkst du, dass die Funktionalität vor dem Feinschliff kam.
Wichtig für die Einordnung ist die Speicherbegrenzung im Free-Plan. Dort werden Dateien nur 14 Tage vorgehalten, danach musst du sie erneut hochladen. In den bezahlten Plänen entfällt diese Grenze, und der verfügbare Speicher wächst auf 100 GB im Starter- und 500 GB im Pro-Plan (Stand Juni 2026). Für ein laufendes Podcast-Archiv ist das ein relevanter Unterschied.
Exemplary AI Preise und Pläne
Exemplary AI fährt ein Freemium-Modell. Der kostenlose Plan gibt dir 60 Upload-Minuten pro Monat und Zugang zu allen Kernfunktionen, was zum Ausprobieren reicht. Der Starter-Plan kostet 12 $ pro Monat im Jahresabo (144 $ pro Jahr) und enthält 2.400 Minuten pro Jahr, 100 GB Speicher und Export ohne Wasserzeichen (Stand Juni 2026). Der Pro-Plan liegt aktuell bei 19 $ pro Monat im Jahresabo (228 $ pro Jahr) mit 7.200 Minuten, API-Zugang und bis zu drei Workspace-Nutzern, regulär kostet er 39 $ (Stand Juni 2026).
Für Vielnutzer und kleine Content-Teams ist das Preis-Leistungs-Verhältnis fair. Der Starter-Plan deckt mit 2.400 Minuten im Jahr einen wöchentlichen Podcast locker ab, und du bekommst Transkription plus Content-Tools im selben Abo. Verglichen mit Diensten, die pro Minute abrechnen, fährst du bei hohem Volumen mit dem Jahrespreis günstiger. Bei rund vier Stunden Material im Monat rechnet sich der Starter-Plan bereits, weil du dort umgerechnet nur wenige Cent pro Minute zahlst. Wer nur gelegentlich transkribiert, sollte beachten, dass die niedrigen Preise an das Jahresabo gebunden sind. Wer mehr Minuten braucht, kauft Upload-Zeit für rund 4 $ pro Stunde nach (Stand Juni 2026). Für sehr große Teams gibt es einen Team-Plan mit individueller Preisgestaltung, SSO und mehreren Workspaces. Der Pro-Preis von 19 $ ist als zeitlich begrenztes Angebot ausgewiesen, weshalb sich ein zügiger Abschluss lohnen kann, wenn dir der größere Plan zusagt (Stand Juni 2026).
Preise und Pläne
| Plan | Preis | Leistung | Für wen |
|---|---|---|---|
| Free | 0 $ | 60 Upload-Minuten pro Monat, alle Kernfunktionen, 14 Tage Speicherung | Ausprobieren |
| Starter | 12 $/Monat (144 $/Jahr) | 2.400 Minuten pro Jahr, 100 GB Speicher, 1 Nutzer, Export ohne Wasserzeichen | Einzelnutzer und Podcaster |
| Pro | 19 $/Monat (228 $/Jahr), regulär 39 $ | 7.200 Minuten pro Jahr, 500 GB Speicher, 3 Nutzer, API-Zugang | Kleine Content-Teams |
| Team | individuell | Mehrere Workspaces, SSO, dedizierter Support | Große Teams und Unternehmen |
Alle Preise ohne Gewähr. Stand: Juli 2026.
Exemplary AI Erfahrungen: Stärken und Schwächen
Nach zwei Wochen steht für mich ein klares Bild. Die Transkription liefert verlässlich gute Ergebnisse, der All-in-one-Ansatz spart echte Arbeitsschritte, weil Transkript und Folge-Content nicht zwischen zwei Tools hin und her wandern. Der synchrone Editor und der KI-Chat machen die tägliche Arbeit spürbar schneller. Auf der anderen Seite trübt die technische Stabilität den Eindruck. Die Web-App reagierte mehrfach träge, und an zwei Tagen kam ich erst nach mehreren Anläufen über den Login hinein. Wer täglich produktiv damit arbeitet, sollte diese Schwankungen einkalkulieren und seine Daten regelmäßig exportieren. In meinem Testzeitraum gingen keine Inhalte verloren, der Eindruck eines noch jungen Produkts blieb aber bestehen.
Stärken
- Hohe Transkriptionsgenauigkeit, auch bei deutschen Aufnahmen
- Transkription, Übersetzung, Clips und KI-Chat in einem Tool
- Über 90 Sprachen unterstützt
- Fairer Einstiegspreis ab 12 $ im Monat (Stand Juni 2026)
Schwächen
- Web-App reagiert phasenweise träge
- Wiederkehrende Login-Probleme im Test
- Oberfläche funktional, aber gestalterisch ausbaufähig
Was sagen andere Nutzer?
Das Stimmungsbild aus den Bewertungsplattformen deckt sich weitgehend mit meinem Eindruck. Auf Capterra schneidet das Tool mit 4,7 von 5 bei neun Bewertungen sehr gut ab, gelobt werden vor allem die Transkriptionsgenauigkeit und die Zeitersparnis durch die kombinierten Funktionen. Auf G2 mit 4,6 von 5 bei 26 Bewertungen heben Nutzer hervor, wie schnell sich aus einer Aufnahme fertige Clips und Audiograms erstellen lassen, und loben den reaktionsschnellen Support. Mehrere Stimmen berichten, dass sie das Tool selbst dann nutzen, wenn ihre Aufnahmesoftware bereits eine Transkription mitliefert, weil das Ergebnis hier sauberer ausfällt. Auch die einfache Bedienung des Editors wird häufig positiv erwähnt.
Kritik gibt es vor allem an zwei Punkten. Mehrere Nutzer berichten von wiederkehrenden Login-Problemen und einer Oberfläche, die funktional, aber gestalterisch noch ausbaufähig ist. Einige bemängeln, dass sich die Plattform durch häufige Updates stark verändert hat und die früher gewohnte Verlässlichkeit zeitweise gelitten habe. Auf Product Hunt fällt die Bewertung mit 4,0 von 5 etwas verhaltener aus. Die genannten Schwächen bei Stabilität und Design passen genau zu dem, was mir im Test aufgefallen ist.
Für wen eignet sich Exemplary AI?
Gut geeignet für Podcaster und Content-Teams, die regelmäßig Audio und Video verarbeiten und Transkription, Übersetzung und Clip-Erstellung in einem Tool bündeln wollen. Wer pro Woche mehrere Stunden Material durchschleust, spart mit dem All-in-one-Ansatz spürbar Zeit und kommt mit dem Starter-Plan günstig weg. Auch mehrsprachige Projekte profitieren von der breiten Sprachunterstützung.
Bedingt geeignet für Journalistinnen und Forschende, die maximale Genauigkeit und absolute Zuverlässigkeit brauchen. Die Transkriptionsqualität stimmt, die gelegentlichen Stabilitätsprobleme der Web-App können bei engen Deadlines aber zum Risiko werden. Ein Test über den kostenlosen Plan klärt vorab, ob die Stabilität für deinen Arbeitsalltag ausreicht. Wer auf juristisch verwertbare Wortprotokolle angewiesen ist, sollte zusätzlich gegenlesen.
Nicht geeignet für Gelegenheitsnutzer, die nur ein paar Mal im Jahr ein kurzes Transkript brauchen. Für sie lohnt das Jahresabo kaum, und ein reiner Pay-as-you-go-Dienst oder ein kostenloses Werkzeug passt besser. Auch wer einen vollwertigen Videoeditor mit Mehrspur-Schnitt sucht, ist hier am falschen Platz.
Exemplary AI Alternativen
Exemplary AI ist nicht das einzige Tool, das Transkription mit Content-Erstellung verbindet. Je nachdem, ob dir Videoschnitt, eine reine Meeting-Transkription oder ein besonders ausgereifter Editor wichtiger ist, lohnt ein Blick auf drei Alternativen. Alle drei haben einen eigenen Schwerpunkt, der je nach Anwendungsfall besser passen kann. Wer den Fokus klar auf eine Sache legt, fährt mit einem spezialisierten Werkzeug manchmal besser als mit der breiten Lösung von Exemplary AI.
Alternativen
Descript verbindet Transkription mit einem vollwertigen Audio- und Videoeditor. Es eignet sich besser, wenn der Schnitt im Vordergrund steht.
Otter.ai ist auf Meeting-Transkription und Live-Mitschriften spezialisiert. Für Content-Erstellung und Clips ist es weniger ausgerichtet.
HeyGen setzt auf KI-Videoerstellung mit Avataren statt auf Transkription. Es ist die richtige Wahl, wenn du Videos generieren statt auswerten willst.
Fazit: Lohnt sich Exemplary AI 2026?
Für Podcaster und kleine Content-Teams, die viel Audio und Video verarbeiten, ist Exemplary AI eine klare Empfehlung. Du bekommst genaue Transkription, brauchbare Content-Tools und einen Clip-Maker in einem Abo, das mit 12 $ im Monat fair bepreist ist (Stand Juni 2026). Der KI-Chat und der synchrone Editor heben die tägliche Arbeit spürbar an und ersparen dir den Wechsel zwischen mehreren Programmen.
Wer absolute Verlässlichkeit braucht oder den Schwerpunkt auf Videoschnitt legt, ist mit einer Alternative wie Descript oft besser bedient. Auch wer nur selten transkribiert, findet im Jahresabo wenig Mehrwert und sollte sich nach einem Dienst mit minutengenauer Abrechnung umsehen.
Unterm Strich überzeugt die Substanz, während die technische Stabilität noch Luft nach oben lässt. Dafür vergebe ich die Gesamtnote 7,9 von 10, ein gutes Tool mit klarem Verbesserungspotenzial bei der Zuverlässigkeit. Wer den kostenlosen Plan zwei Wochen ernsthaft nutzt, weiß danach sicher, ob Exemplary AI in seinen Arbeitsalltag passt.