CapCut hat sich vom kostenlosen Schnittprogramm für Social Media zu einem Abo entwickelt, das im Monat 23,99 Euro kostet. Dazu kommt, dass Funktionen, die früher zum Gratis-Umfang gehörten, inzwischen der Bezahlversion vorbehalten sind. Für viele ist damit der Punkt erreicht, an dem sie sich umsehen.
Wir haben acht Alternativen getestet, sortiert nach dem, wofür CapCut typischerweise genutzt wird: schnelle Hochformat-Clips, automatische Untertitel, Vorlagen und Effekte. Preise mit Stand August 2026.
Die Alternativen im direkten Vergleich
| Tool | Einstiegspreis | Gratis-Variante | Deutsch | Serverstandort |
|---|---|---|---|---|
| Descript | ab 16 $/Monat | Ja | Teilweise | USA |
| VEED | ab 11 €/Monat | Ja, mit Wasserzeichen | Ja | EU/USA |
| Kapwing | ab 16 $/Monat | Ja, begrenzt | Ja | USA |
| Clipchamp | im Microsoft-365-Abo | Ja | Ja | USA, EU-Datengrenze |
| DaVinci Resolve | einmalig 305 € für Studio | Ja, voller Umfang | Ja | eigener Rechner |
| Canva | ab 11,99 €/Monat | Ja, begrenzt | Ja | Australien/USA |
| Opus Clip | ab 15 $/Monat | Ja, 60 Credits | Ja | USA |
| InVideo | ab 17 $/Monat | Ja, mit Wasserzeichen | Ja | USA |
Alle Preise ohne Gewähr. Stand: August 2026.
Descript: Schnitt über den Text
Descript transkribiert dein Video und lässt dich im Text schneiden. Löschst du einen Satz, verschwindet er aus dem Video. Füllwörter, Pausen und Versprecher entfernt das Programm auf Knopfdruck, und für kleine Korrekturen setzt es Wörter in deiner geklonten Stimme ein.
Free gibt es dauerhaft, Hobbyist kostet 16 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung, Creator 24 US-Dollar, Business 50 US-Dollar. Für Podcasts, Interviews und Bildschirmaufnahmen ist das die größte Zeitersparnis unter den Alternativen.
Für aufwendige Effekte und Übergänge ist Descript die falsche Adresse. Details im Descript Testbericht.
VEED: der nächste Verwandte im Browser
VEED kommt CapCut in der Bedienung am nächsten. Zeitleiste im Browser, automatische Untertitel, Vorlagen für Hochformat, Hintergrundentfernung ohne Greenscreen und ein Bibliothek an Effekten.
Die Pläne kosten 11, 23 und 37 Euro im Monat, jährlich abgerechnet 129, 278 und 448 Euro. Die kostenlose Stufe setzt ein Wasserzeichen. Damit liegt der Einstieg bei weniger als der Hälfte von CapCut.
Die deutschen Untertitel treffen gut, die Oberfläche ist auf Deutsch verfügbar. Für Social-Media-Produktion im Team ist VEED die naheliegendste Wahl.
Kapwing: Zusammenarbeit im Vordergrund
Kapwing ist auf gemeinsames Arbeiten ausgelegt. Mehrere Personen bearbeiten dasselbe Projekt im Browser, kommentieren und geben frei. Untertitel, Übersetzung und die Umwandlung von Querformat in Hochformat laufen automatisch.
Die Gratis-Stufe gibt zehn Credits, Pro kostet 16 US-Dollar je Mitglied und Monat bei Jahreszahlung (24 US-Dollar monatlich) mit 1.000 Credits, Business 50 US-Dollar jährlich (64 US-Dollar monatlich) mit 4.000 Credits.
Für Einzelpersonen ist das Credit-Modell weniger attraktiv als ein Festpreis. Für Redaktionen und Agenturen mit mehreren Beteiligten passt es.
Clipchamp: kostenlos im Microsoft-Konto
Clipchamp gehört zu Microsoft und steckt in Windows sowie in Microsoft 365. Für viele Firmenrechner ist es damit bereits bezahlt. Zeitleiste, Vorlagen, automatische Untertitel und Sprachaufnahme decken den Alltag ab.
Die kostenlose Version exportiert in 1080p ohne Wasserzeichen, weitergehende Funktionen wie Markenkits stecken im Microsoft-365-Abo. Für Geschäftskunden ist die EU-Datengrenze verfügbar, was die Datenschutzfreigabe im Betrieb erheblich vereinfacht.
Bei Effekten und Trend-Vorlagen bleibt Clipchamp hinter CapCut. Für Erklärvideos, Bildschirmaufnahmen und einfache Schnitte reicht es.
DaVinci Resolve: die Profilösung zum Nulltarif
DaVinci Resolve ist ein vollwertiges Schnittprogramm, das in der kostenlosen Version fast alles kann, was Fernsehproduktionen brauchen. Farbkorrektur, Tonbearbeitung, Effekte und Mehrspurschnitt ohne Abo und ohne Wasserzeichen.
Die Studio-Version kostet einmalig 305 Euro und bringt zusätzliche KI-Werkzeuge sowie Beschleunigung auf mehreren Grafikkarten. Ein Abo gibt es nicht.
Der Preis dafür ist die Lernkurve. Wer aus CapCut kommt, braucht ein paar Abende, bis der erste Clip sitzt. Dafür läuft alles lokal, es wandert kein Material in eine fremde Cloud.
Canva: Video als Teil des Designsystems
Canva schneidet Videos in derselben Oberfläche, in der Grafiken und Präsentationen entstehen. Für Teams, die ohnehin Markenvorlagen dort pflegen, ist das der geringste Bruch. Untertitel, Hintergrundentfernung und Vorlagen für alle Social-Formate sind vorhanden.
Die Free-Stufe reicht für einfache Schnitte, Canva Pro kostet 11,99 Euro im Monat oder rund 110 Euro im Jahr. Was in welchem Abo steckt, steht unter Canva Kosten.
Für aufwendige Schnitte mit vielen Spuren ist Canva zu schmal, für Marketingclips genügt es.
Opus Clip: aus lang mach kurz
Opus Clip löst eine einzelne Aufgabe, dafür gut. Aus einem langen Video sucht es die Passagen mit dem größten Potenzial, schneidet sie ins Hochformat, setzt Untertitel und bewertet jeden Clip nach erwarteter Wirkung.
Die Gratis-Stufe gibt 60 Credits im Monat, Starter kostet 15 US-Dollar mit 150 Credits, Pro 29 US-Dollar (bei Jahreszahlung 14,50) mit 3.600 Credits.
Wer Podcasts, Webinare oder Vorträge aufzeichnet und daraus Social-Clips braucht, spart damit die meiste Zeit. Details im Opus Clip Testbericht.
InVideo: Video aus einem Skript
InVideo geht den umgekehrten Weg. Statt vorhandenes Material zu schneiden, baut es aus einem Text ein fertiges Video mit Archivaufnahmen, Musik und Sprecherstimme. Für Produktvorstellungen und Erklärstücke ohne eigenes Filmmaterial ist das praktisch.
Plus kostet 17 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung mit 75 Credits, Max 85 US-Dollar mit 390 Credits. Die Gratis-Variante setzt ein Wasserzeichen. Einordnung im InVideo Testbericht.
Worauf du beim Wechsel achten solltest
Projektdateien lassen sich nicht übertragen. Was du mitnimmst, sind exportierte Videos und Rohmaterial, alles andere baust du neu auf. Laufende Projekte solltest du deshalb in CapCut zu Ende bringen.
Der zweite Punkt sind Schriften und Effekte. Die typischen CapCut-Vorlagen gibt es anderswo nicht in derselben Form, was bei einem wiedererkennbaren Kanalstil ins Gewicht fällt. VEED und Kapwing kommen dem Original am nächsten.
Der dritte Punkt ist der Datenschutz. CapCut gehört zu ByteDance und verarbeitet entsprechend. Für Firmenvideos mit Mitarbeitenden oder Kunden im Bild ist das ein Prüffall, den Clipchamp, VEED und DaVinci Resolve entschärfen.
Fazit
Der günstigste vollwertige Ersatz ist DaVinci Resolve, das kostenlos bleibt und dafür Einarbeitung verlangt. Wer die Bedienlogik von CapCut sucht, nimmt VEED für 11 Euro im Monat und zahlt damit weniger als die Hälfte.
In Unternehmen ist Clipchamp die pragmatische Wahl, weil es im Microsoft-Abo bereits enthalten ist und die Datenschutzfrage klärt. Wer aus langen Aufnahmen Clips zieht, ergänzt Opus Clip, und wer ohne Filmmaterial arbeitet, nimmt InVideo.