Ein Produktvideo ohne Drehtag, eine Schulung ohne Studio, ein Werbeclip ohne Filmteam. Die Versprechen der KI-Videotools klingen alle gleich, in der Praxis lösen sie drei sehr verschiedene Aufgaben. Wer das vor dem Abschluss eines Abos nicht trennt, zahlt für Funktionen, die er nie braucht.
Wir haben zehn Videogeneratoren getestet und dabei nach Aufgabe sortiert: generative Clips aus einem Textprompt, sprechende Avatare für Schulung und Vertrieb, sowie Werkzeuge, die vorhandenes Material zusammensetzen. Alle Preise mit Stand August 2026.
Die Alternativen im direkten Vergleich
| Tool | Einstiegspreis | Gratis-Variante | Deutsch | Serverstandort |
|---|---|---|---|---|
| Runway | ab 15 $/Monat | Ja, 125 Credits einmalig | Oberfläche englisch | USA |
| Kling | ab 10 $/Monat | Ja, Tagescredits | Teilweise | China |
| Google Veo (Flow) | ab 21,99 €/Monat | Ja, sehr begrenzt | Ja | USA |
| Luma Dream Machine | ab 30 $/Monat | Ja, begrenzt | Oberfläche englisch | USA |
| Pika | ab 8 $/Monat | Ja | Oberfläche englisch | USA |
| Synthesia | ab 18 $/Monat | Ja, 3 Min./Monat | Ja | EU/USA |
| HeyGen | ab 24 $/Monat | Ja, 3 Videos | Ja | USA |
| InVideo | ab 17 $/Monat | Ja, mit Wasserzeichen | Ja | USA |
| Descript | ab 16 $/Monat | Ja | Teilweise | USA |
| Higgsfield | ab 19 $/Monat | Ja, begrenzt | Oberfläche englisch | USA |
Alle Preise ohne Gewähr. Stand: August 2026.
Runway: die breiteste Modellauswahl
Runway hat sich von einem einzelnen Videomodell zu einer Oberfläche entwickelt, unter der mehrere Spitzenmodelle liegen. Du wählst je Aufgabe zwischen den hauseigenen Gen-Modellen und zugekaufter Technik anderer Anbieter, ohne den Dienst zu wechseln. Dazu kommen Werkzeuge für Hochskalierung, Lippensynchronität und Stimmen.
Die Free-Stufe bringt 125 einmalige Credits. Standard kostet 15 US-Dollar im Monat mit 625 Credits, Pro 35 US-Dollar mit 2.250 Credits und Max 95 US-Dollar mit 9.500 Credits, bei Jahreszahlung jeweils rund 20 Prozent günstiger. Eine Sekunde des besten Modells kostet etwa zwölf Credits, was den Standard-Plan auf gut 50 Sekunden Video im Monat bringt.
Wie sich Credits in Sekunden umrechnen, steht ausführlich im Runway Testbericht.
Kling: viel Bewegung fürs Geld
Kling kommt aus China und liefert bei Bewegungsabläufen von Menschen und Tieren die stabilsten Ergebnisse im Test. Arme bleiben Arme, Gangbilder wirken plausibel, und die Clips halten länger durch, bevor das Bild kippt.
Der Standard-Plan kostet 10 US-Dollar im Monat mit 660 Credits, Pro 37 US-Dollar mit 3.000 Credits und Premier 92 US-Dollar mit 8.000 Credits, dazu regelmäßig Rabatte im ersten Monat. Gemessen an der Sekunde Video ist Kling der günstigste der starken Anbieter.
Der Haken liegt beim Datenschutz. Die Verarbeitung findet in China statt, was den Einsatz mit Kundenmaterial für die meisten deutschen Unternehmen ausschließt. Einordnung im Kling Testbericht.
Google Veo: im Google-Abo bereits enthalten
Veo läuft in der Oberfläche Flow und steckt in den Google-AI-Abos. Wer AI Pro für 21,99 Euro im Monat abonniert hat, bekommt Videogenerierung ohne weitere Kosten dazu, AI Ultra ab 99,99 Euro hebt die Kontingente deutlich an. Die Bildqualität liegt auf Augenhöhe mit Runway, bei Kamerafahrten wirkt Veo natürlicher.
Der große Vorteil ist die Tonspur. Veo erzeugt Geräusche und Sprache direkt mit, was bei englischen Szenen erstaunlich gut trifft. Deutsche Sprachausgabe bleibt unzuverlässig. Details im Veo Testbericht.
Luma Dream Machine: schnelle Iterationen
Luma ist auf Tempo ausgelegt. Die Clips entstehen schneller als bei den meisten Konkurrenten, was beim Ausprobieren von Bildideen hilft. Die Pläne liegen bei 30, 90 und 300 US-Dollar im Monat, eine kleine Gratis-Stufe gibt es.
Bei komplexen Szenen mit mehreren Personen fällt Luma gegen Runway und Kling zurück. Für Bewegungsstudien, Übergänge und kurze Stimmungsbilder reicht es.
Pika: der günstige Einstieg
Pika ist das Werkzeug für alle, die generative Videos ausprobieren wollen, ohne 30 US-Dollar im Monat zu binden. Die Stufen kosten 8, 28 und 76 US-Dollar, dazu gibt es eine Gratis-Variante. Die Effekte, mit denen sich Objekte im Bild verformen oder auflösen lassen, sind eigenständig und für Social Media beliebt.
Die reine Bildqualität liegt hinter Runway und Kling. Einordnung im Pika Testbericht.
Synthesia: Avatare für Schulungsvideos
Synthesia erzeugt keine erfundenen Szenen, sondern stellt eine sprechende Person vor eine Kulisse und lässt sie deinen Text vortragen. Für Schulungen, Anleitungen und interne Kommunikation ist das die praktikabelste Lösung, weil Änderungen am Text in Minuten ins Video wandern.
Die Free-Stufe erlaubt drei Minuten Video im Monat. Starter kostet 29 US-Dollar im Monat, bei Jahreszahlung 18 US-Dollar, Creator liegt bei 89 beziehungsweise 64 US-Dollar mit 1.200 Credits. Das Deutsch der Stimmen ist gut, die Lippensynchronität sitzt.
Für europäische Kunden bietet Synthesia eine Verarbeitung in der EU an, was die Datenschutzprüfung erleichtert. Mehr im Synthesia Testbericht.
HeyGen: Avatare und Videoübersetzung
HeyGen deckt dasselbe Feld ab und ist bei der Übersetzung vorhandener Videos stärker. Ein deutsches Video wird ins Englische übertragen, die Lippenbewegung passt sich der neuen Sprache an. Für Unternehmen mit mehrsprachigen Märkten spart das ganze Drehtage.
Kostenlos sind drei Videos im Monat bis zu einer Minute. Creator kostet 29 US-Dollar im Monat, bei Jahreszahlung 24 US-Dollar, Pro beginnt bei 49 US-Dollar mit 1.000 Credits. Die Business-Stufe liegt bei 149 US-Dollar plus 20 US-Dollar je Platz. Details im HeyGen Testbericht.
InVideo: Video aus einem Skript
InVideo baut aus einem Text ein komplettes Video mit Archivmaterial, Musik und Sprecherstimme. Das Ergebnis ist selten überraschend, dafür in wenigen Minuten fertig und für Erklärstücke, Nachrichtenzusammenfassungen und Produktvorstellungen brauchbar.
Der Plus-Plan kostet 17 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung mit 75 Credits, Max 85 US-Dollar mit 390 Credits, Generative 170 US-Dollar mit 800 Credits. Die Gratis-Variante versieht Videos mit Wasserzeichen. Einordnung im InVideo Testbericht.
Descript: Videoschnitt über den Text
Descript ist kein Generator, es schneidet vorhandenes Material. Die Aufnahme wird transkribiert, und du löschst im Text, was aus dem Video verschwinden soll. Füllwörter, Pausen und Versprecher entfernt das Programm auf Knopfdruck.
Free gibt es dauerhaft, Hobbyist kostet 16 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung, Creator 24 US-Dollar, Business 50 US-Dollar. Für Podcasts, Interviews und Bildschirmaufnahmen ist das die größte Zeitersparnis im ganzen Test. Mehr im Descript Testbericht.
Higgsfield: Kamerabewegung als Spezialität
Higgsfield hat sich auf Kamerafahrten spezialisiert, die sich als Voreinstellung wählen lassen, vom Drohnenflug bis zur Handkamera. Für Musikvideos und Werbeclips mit klarer Bildsprache ist das ein echter Vorteil.
Starter kostet 19 US-Dollar im Monat mit 270 Credits, Plus 59 US-Dollar (jährlich 47) mit 1.200 Credits, Ultra 129 US-Dollar (jährlich 99) mit 9.000 Credits. Als alleiniges Werkzeug ist Higgsfield zu schmal, als Ergänzung zu Runway lohnt es sich.
Credits verstehen, bevor du zahlst
Der Monatspreis sagt wenig über die Menge. Bei den generativen Modellen kostet eine Sekunde Video zwischen 8 und 20 Credits, je nach Modell und Auflösung. Ein Plan mit 625 Credits reicht damit für etwa 50 Sekunden im besten Modell oder gut 100 Sekunden im schnellen.
Bei Avatar-Tools rechnet der Anbieter in Minuten, und die sind deutlich günstiger, weil kein Bild neu erfunden wird. Zehn Minuten Schulungsvideo im Monat sind mit einem Plan für 18 bis 24 US-Dollar machbar, zehn Minuten generatives Material kosten ein Vielfaches.
Rechne vor dem Abschluss mit deiner tatsächlichen Menge. Wer im Monat drei kurze Clips braucht, kommt mit der günstigsten Stufe aus, wer wöchentlich produziert, landet schnell bei den mittleren Plänen.
Fazit
Für erfundene Szenen ist Runway die beste Allroundlösung, Kling die günstigste bei viel Bewegung, und wer ohnehin Google AI Pro zahlt, hat mit Veo bereits einen starken Generator im Abo. Für sprechende Personen führt an Synthesia und HeyGen kein Weg vorbei, wobei Synthesia bei Schulungen und HeyGen bei Übersetzungen vorn liegt.
Vorhandenes Material bearbeitest du am schnellsten mit Descript, fertige Erklärvideos aus einem Skript liefert InVideo. Ein Abo deckt selten alles ab, deshalb lohnt es sich, mit dem Werkzeug für die häufigste Aufgabe zu starten und erst nachzurüsten, wenn eine zweite Aufgabe regelmäßig dazukommt.