Claude oder ChatGPT? Kurz gesagt passt Claude zu dir, wenn du viel schreibst, lange Dokumente auswertest oder programmierst und dabei Wert auf ein werbefreies Werkzeug legst. Claude Pro kostet 18 Euro im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer, bei Jahreszahlung 15 Euro, und enthält das Programmierwerkzeug Claude Code. ChatGPT passt zu dir, wenn du ein breites Alltagswerkzeug mit Bildgenerierung, ausgebauter Sprachfunktion und einer günstigen Einstiegsstufe suchst. ChatGPT Plus kostet 23 Euro im Monat, die günstigeren Stufen Free und Go zeigen in Deutschland Werbung. Alle Preise und Funktionen haben den Stand: 19. Oktober 2026.
Dieser Vergleich Claude vs. ChatGPT stellt beide Assistenten Aufgabe für Aufgabe nebeneinander, von Texten über Programmierung und Recherche bis zu Bildern, Sprache, Agenten und Datenschutz. Die Einzelbewertungen findest du in unseren Claude-Erfahrungen und in unserer Bewertung von ChatGPT. Viele suchen auch nach „ChatGPT vs. Claude“ oder „ChatGPT oder Claude“, gemeint ist dieselbe Frage, welcher der beiden Assistenten im Alltag besser zu dir passt. Wer zusätzlich Google im Blick hat, findet den Vergleich Gemini vs. ChatGPT in einem eigenen Artikel.
Die Unterschiede auf einen Blick
Die folgende Übersicht fasst Preis, Gratisangebot, Sprache und Datenverarbeitung beider Dienste zusammen, die Details stehen in den Abschnitten darunter.
Claude und ChatGPT im Überblick
| Tool | Einstiegspreis | Gratis-Variante | Deutsch | Serverstandort |
|---|---|---|---|---|
| Claude | 0 €, Pro 18 €/Monat oder 15 €/Monat bei Jahreszahlung, Max ab 90 €/Monat, jeweils zzgl. MwSt. | Ja, Sonnet und Haiku, ohne Werbung | Ja | Anthropic Ireland, Verarbeitung in den USA, keine EU-Datenresidenz |
| ChatGPT | 0 €, Go 8 €/Monat, Plus 23 €/Monat, Pro ab 103 €/Monat | Ja, GPT-6 Luna, mit Werbung | Ja | OpenAI Ireland, Verarbeitung auch in den USA, EU-Datenresidenz nur Enterprise, Edu und API |
Alle Preise ohne Gewähr. Stand: 19. Oktober 2026.
Der größte Unterschied liegt im Zuschnitt der beiden Angebote. Anthropic richtet Claude stark auf Wissensarbeit und Softwareentwicklung aus, verzichtet nach eigener Ankündigung dauerhaft auf Werbung und hat keine eigene Bildgenerierung. OpenAI baut ChatGPT zu einer Plattform für fast alles aus, mit Bildern, Sprachassistent, Einkaufsfunktionen, Arbeitsbereichen für Teams und einer Werbefinanzierung der günstigen Stufen. Die Modelle beider Anbieter liegen in vielen Aufgaben nah beieinander, deshalb entscheidet meist das Umfeld, also welche Funktionen du täglich brauchst und wie viel du dafür zahlen willst.
| Kriterium | Claude | ChatGPT |
|---|---|---|
| Anbieter | Anthropic, in der EU Anthropic Ireland | OpenAI, in der EU OpenAI Ireland |
| Aktuelle Spitzenmodelle | Claude Opus 5.5, Fable 5.1, Sonnet 5.5, Haiku 5.5 | GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol, GPT-6 Sol, GPT-6 Luna |
| Gratisversion | Ja, ohne Werbung | Ja, mit Werbung (werbefrei mit geringeren Limits möglich) |
| Günstigstes Bezahlabo | Pro, 15 bis 18 € zzgl. MwSt. | Go, 8 €, mit Werbung |
| Standardabo | Pro, 15 bis 18 € zzgl. MwSt. | Plus, 23 € |
| Vielnutzer | Max ab 90 € zzgl. MwSt. | Pro ab 103 € |
| Bilder erzeugen | Nein, nur Diagramme und Grafiken aus Code | Ja, ChatGPT Images 2.5 |
| Programmierwerkzeug | Claude Code, ab Pro | Codex, eingeschränkt schon in Free |
| Kontextfenster | bis zu 1 Million Token je nach Modell | 27.000 bis 400.000 Token je nach Stufe und Modus |
| EU-Datenresidenz | Nein | Nur Enterprise, Edu und API |
Worauf dieser Vergleich beruht
vergleich.cc hat die beiden Assistenten für diesen Artikel nicht selbst ausprobiert. Grundlage sind die deutschen Preisseiten von Anthropic und OpenAI, die Versionshinweise beider Anbieter, die Hilfe- und Datenschutzseiten, die Modellankündigungen, öffentliche Ranglisten sowie Nutzerbewertungen auf Trustpilot. Alle Angaben wurden am 19. Oktober 2026 abgerufen. Beide Anbieter ändern Modelle, Limits und Preise mehrmals im Jahr, maßgeblich ist deshalb immer der Betrag, den dir der Bezahlvorgang anzeigt.
Wo im Text eine Wertung steht, ist sie als redaktionelle Einschätzung gekennzeichnet oder auf eine Quelle zurückgeführt. Aussagen zur Antwortqualität stammen aus Ranglisten, Herstellerangaben und Nutzerberichten, eigene Messungen gibt es nicht. Benchmarks aus den Ankündigungen der Hersteller sind als solche benannt, weil jeder Anbieter die Aufgaben auswählt, auf denen das eigene Modell gut abschneidet.
Welche Modelle stecken in Claude und ChatGPT?
Beide Anbieter haben ihre Modellreihen im September und Oktober 2026 erneuert und welches Modell du bekommst, hängt bei beiden vom Abo ab.
Claude: Opus 5.5, Sonnet 5.5, Haiku 5.5 und Fable 5.1
Anthropic hat am 22. September 2026 Claude Opus 5.5 vorgestellt, das erste Modell der Reihe 5.5. Laut Ankündigung arbeitet es bei den meisten Aufgaben auf dem Niveau von Claude Fable 5.1 und kostet im Betrieb 40 Prozent weniger als Opus 5. Die Entwicklerdokumentation empfiehlt Opus 5.5 als Ausgangspunkt für die meisten Aufgaben. Am 28. September folgte Claude Sonnet 5.5, das schneller und günstiger ist und laut Anthropic vor allem für klar umrissene Alltagsaufgaben, Fehlerbehebung und fertige Dokumente gedacht ist. Seit dem 7. Oktober gibt es Claude Haiku 5.5 als kleinstes und schnellstes Modell der Familie.
Über allem steht Claude Fable 5.1, das Anthropic seit dem 1. September für anspruchsvolles Schlussfolgern und lange Agentenaufgaben anbietet. Welche Modelle du in der App nutzen kannst, regelt die Preisseite. Free bekommt die Modellreihen Sonnet und Haiku, ab Pro kommt Opus hinzu. Fable ist in Pro nur über zusätzlich bezahltes Nutzungsguthaben erreichbar, in Max darf es bis zur Hälfte des Wochenlimits ausmachen. Alle aktuellen Modelle verarbeiten laut Dokumentation Text und Bilder als Eingabe, bieten ein Kontextfenster von einer Million Token und schreiben bis zu 128.000 Token in einer Antwort.
ChatGPT: GPT-6 Luna, Sol und Astra
OpenAI hat am 7. Oktober 2026 GPT-6 in den normalen Chat gebracht. Laut Versionshinweisen nutzen Plus, Pro, Business und Enterprise dort GPT-6 Sol, Free und Go bekommen GPT-6 Luna. Die Pro-Reasoning-Option läuft mit GPT-6 Astra, dem Spitzenmodell von OpenAI. In ChatGPT Work und Codex rollt OpenAI seit Ende September zusätzlich GPT-6.1 Sol aus, das laut Hersteller beim agentischen Programmieren, bei der Computersteuerung und bei Büroarbeit zulegt. Plus-Kunden bekommen GPT-6 Astra laut Hilfeseite in Work und Codex, im Chat bleibt es den Pro-Stufen und den Firmenplänen vorbehalten.
Neu mit GPT-6 ist die sogenannte Intelligent UI. ChatGPT kann Antworten laut OpenAI mit Diagrammen, Gegenüberstellungen und kleinen Werkzeugen wie Rechnern direkt im Chat kombinieren und schon antworten, während es noch weiter nachdenkt. Ältere Modelle wie GPT-5.6 Sol bleiben laut Preisseite in der Auswahl.
Wie viel Denkzeit du steuern kannst
Beide Assistenten lassen dich wählen, wie lange das Modell nachdenkt, bevor es antwortet. In ChatGPT heißt der Regler „Thinking“ und reicht von Instant über Medium und High bis Extra High, dazu kommt die Pro-Stufe. Extra High und Pro sind laut Hilfeseite nur in Pro, Business und Enterprise enthalten, Plus bekommt Medium und High. Claude nutzt bei den aktuellen Modellen ein adaptives Denken, das laut Dokumentation bei Fable 5.1 und Opus 5.5 immer aktiv ist. In den Claude-Apps steht der Aufwand laut Anthropic standardmäßig auf „Medium“, höhere Stufen lassen das Modell länger prüfen und verbrauchen mehr vom Kontingent. Was hinter solchen Denkstufen technisch steckt, erklärt unser Ratgeber zu Reasoning-Modellen.
Was kosten Claude und ChatGPT?
Beide Anbieter staffeln ihre Abos für Privatpersonen in mehrere Stufen, die Preise liegen in der Standardklasse nah beieinander. Die Tabelle zeigt die Monatspreise laut den deutschen Preisseiten (Stand: 19. Oktober 2026).
| Stufe | Claude | ChatGPT |
|---|---|---|
| Kostenlos | Free: 0 €, Sonnet und Haiku, ohne Werbung | Free: 0 €, GPT-6 Luna, mit Werbung |
| Einstieg | kein eigener Einstiegsplan | Go: 8 €, mit Werbung |
| Standard | Pro: 18 € monatlich oder 15 € bei Jahreszahlung (180 € im Voraus), zzgl. MwSt. | Plus: 23 €, nur monatlich |
| Vielnutzer | Max 5x ab 90 €, Max 20x, zzgl. MwSt., nur monatlich | Pro: ab 103 € in drei Stufen (100, 200, 500 US-Dollar), nur monatlich |
| Teams | Team Standard 18 € jährlich oder 21,04 € monatlich, Premium 90 € oder 105,23 €, je Platz zzgl. MwSt. | Business Standard 21 € jährlich oder 26 € monatlich, Premium 105 € oder 130 €, je Lizenz |
| Großunternehmen | Enterprise: 20 US-Dollar je Platz plus Nutzung zu API-Tarifen | Enterprise: individueller Preis |
Ausführliche Übersichten mit allen Leistungen findest du in unseren Artikeln zu den Claude-Kosten und den ChatGPT-Kosten. Hier geht es um die Frage, welche Stufe im direkten Vergleich mehr bietet.
Kostenlos: Claude Free gegen ChatGPT Free
Beide Gratisversionen sind für den Einstieg brauchbar, sie setzen aber unterschiedliche Grenzen. ChatGPT Free bietet laut Preisseite unbegrenzte Textchats mit GPT-6, OpenAI behält sich nur Grenzen gegen Missbrauch vor. Eingeschränkt sind Uploads, Bilderstellung, Sprachchats, Deep Research, Erinnerung und der Zugriff auf Codex und ChatGPT Work. Seit August 2026 zeigt Free in Deutschland Werbung unter den Antworten.
Claude Free ist werbefrei und hat einen erstaunlich breiten Funktionsumfang. Laut Preisseite gehören Websuche, Gedächtnis über Gespräche hinweg, Konnektoren zu anderen Apps, Artefakte, Skills, der Sprachmodus, Dateien mit Code-Ausführung sowie Claude Design, Slides und Docs dazu, dazu bis zu fünf Projekte. Die Grenze liegt bei der Menge. Anthropic nennt keine feste Nachrichtenzahl, das Kontingent setzt sich in einem rollierenden Fünf-Stunden-Fenster zurück und laut Preisseite deckt Free „alltägliche Fragen“ ab. Research, Claude Code und Opus fehlen im Gratisplan.
Für gelegentliche Fragen ohne Werbung ist Claude Free die ruhigere Wahl. Wer viele kurze Chats am Tag führt und Werbung in Kauf nimmt, kommt mit ChatGPT Free länger ohne Limit aus.
Einstieg: ChatGPT Go hat bei Claude kein Gegenstück
ChatGPT Go kostet 8 Euro im Monat und liegt zwischen Free und Plus. Laut Preisseite bekommst du mehr Nachrichten mit Werkzeugen, mehr Uploads, mehr Bilder und Sprachchats sowie eine längere Erinnerung. Die Stufe kann Werbung enthalten und die Reasoning-Modelle, Projekte und geplanten Aufgaben bleiben Plus vorbehalten.
Anthropic bietet keine vergleichbare Zwischenstufe an. Wer bei Claude mehr als Free braucht, steigt direkt in Pro ein. Rechnet man die Mehrwertsteuer auf den Nettopreis von Claude Pro auf, liegt Go deutlich darunter. Für ein kleines Budget ist Go deshalb die günstigste bezahlte Option im Vergleich, sofern dich die Anzeigen nicht stören.
Standard: Claude Pro gegen ChatGPT Plus
In der Standardklasse treffen die beiden Abos aufeinander, die die meisten beruflichen Nutzer wählen. Claude Pro kostet laut deutscher Preisseite 18 Euro bei monatlicher Abrechnung und 15 Euro bei Jahreszahlung (180 Euro im Voraus), jeweils ohne Steuern. In US-Dollar sind es 20 beziehungsweise 17 Dollar. Enthalten sind mindestens fünfmal so viel Nutzung wie in Free, Claude Code, Claude Science, Research, unbegrenzte Projekte, das Modell Opus, Aufgaben übergeben und planen, Claude Dashboards in der Beta sowie Claude in Chrome und Microsoft 365.
ChatGPT Plus kostet 23 Euro im Monat, der Listenpreis in den USA liegt laut Hilfeseite bei 20 US-Dollar. Ein Jahresabo gibt es laut OpenAI nicht. Plus bringt GPT-6 Sol mit den Denkstufen Medium und High, erweiterte Kontingente für Nachrichten, Uploads und Deep Research, eine längere Erinnerung, Projekte, geplante Aufgaben, eigene GPTs, mehr Codex-Nutzung und den Zugriff auf ChatGPT Work auf allen Geräten. Plus ist werbefrei.
Im Preis liegen beide Abos nach Steuern nah beieinander, wer Claude jährlich bezahlt, spart gegenüber Plus spürbar. Beim Umfang hat jede Seite ihre Schwerpunkte. Claude Pro enthält das stärkere Programmierpaket und das deutlich größere Kontextfenster, ChatGPT Plus die Bildgenerierung und den größeren Sprachassistenten.
Vielnutzer: Claude Max gegen ChatGPT Pro
Für Menschen, die den ganzen Tag mit einem Assistenten arbeiten, haben beide Anbieter teure Stufen eingeführt. Claude Max gibt es mit fünffacher oder zwanzigfacher Nutzung gegenüber Pro je Fünf-Stunden-Sitzung. Laut deutscher Preisseite beginnt Max bei 90 Euro im Monat zuzüglich Steuern, in US-Dollar bei 100 Dollar. Einen eigenen Betrag für Max 20x zeigt die Preisseite nicht, den Preis siehst du bei der Auswahl im Bezahlvorgang. Max bringt höhere Ausgabelimits, frühen Zugang zu neuen Funktionen, Vorrang bei hoher Auslastung und seit dem 7. Oktober 2026 ein monatliches API-Guthaben von 100 Dollar (Max 5x) oder 200 Dollar (Max 20x) für eigene Anwendungen auf der Claude Platform.
ChatGPT Pro beginnt laut deutscher Preisseite bei 103 Euro. Laut Hilfeseite gibt es drei Stufen zu 100, 200 und 500 US-Dollar im Monat, alle nur mit monatlicher Abrechnung. Pro 500 ist seit dem 29. September 2026 die oberste Stufe und schaltet als einzige den schnelleren Modus Ultrafast für GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol frei. Enthalten sind Pro-Reasoning mit GPT-6 Astra, längere Sitzungen in Codex und ChatGPT Work, unbegrenzte und schnellere Bilderstellung, maximale Kontingente für Deep Research und Kontext sowie der dauerhaft laufende Agent Dot.
Für reine Textarbeit sind beide Stufen nach unserer Einschätzung meist überdimensioniert. Sie rechnen sich vor allem für Entwicklerinnen und Entwickler, die stundenlang mit Claude Code oder Codex an großen Codebasen arbeiten und die Grenzen von Pro oder Plus regelmäßig erreichen.
Teams: Claude Team gegen ChatGPT Business
Für Teams bieten beide Anbieter eigene Arbeitsbereiche mit zentraler Abrechnung an. Claude Team ist laut Preisseite für 2 bis 150 Personen gedacht. Ein Standard-Platz kostet 18 Euro bei Jahreszahlung und 21,04 Euro bei monatlicher Abrechnung, ein Premium-Platz mit fünffacher Nutzung 90 beziehungsweise 105,23 Euro, jeweils zuzüglich Steuern. Enthalten sind Claude Code und Cowork, Single Sign-on, unternehmensweite Suche, Verwaltung der Konnektoren und bis zu 500 Dollar gemeinsames API-Guthaben im Monat. Eure Inhalte nutzt Anthropic laut Preisseite standardmäßig nicht für das Training.
ChatGPT Business ist für 2 bis 200 Mitarbeitende ausgelegt. Eine Standard-Lizenz kostet laut deutscher Preisseite 21 Euro im Monat bei jährlicher und 26 Euro bei monatlicher Abrechnung, eine Premium-Lizenz mit fünffacher Nutzung und ohne Fünf-Stunden-Limit 105 beziehungsweise 130 Euro. Enthalten sind alle Funktionen von ChatGPT, ChatGPT Work und Codex, Anbindungen an Google Workspace, Slack, GitHub und Microsoft 365, SAML-SSO, Nutzungsanalysen und der gemeinsame Bereich ChatGPT Space. Premium-Lizenzen bekommen zusätzlich Dots. Auch OpenAI trainiert laut Preisseite standardmäßig nicht mit Geschäftsdaten. Gemeinnützige Organisationen erhalten laut OpenAI bis zu 75 Prozent Rabatt auf Business und Enterprise.
Enterprise für große Unternehmen
Für Konzerne verhandeln beide Anbieter eigene Verträge. Claude Enterprise kostet laut Preisseite 20 US-Dollar je Platz und Monat bei jährlicher Abrechnung und mindestens 20 Plätzen, die eigentliche Nutzung rechnet Anthropic zusätzlich zu API-Tarifen ab. Dazu kommen SCIM, Audit-Logs, rollenbasierte Rechte, eigene Aufbewahrungsfristen und ein HIPAA-konformes Angebot. ChatGPT Enterprise hat laut Preisseite einen individuellen Preis und bietet ein erweitertes Kontextfenster, SCIM, eigene Schlüsselverwaltung, Nutzeranalysen, Domain-Verifizierung und rollenbasierte Zugriffskontrollen sowie Datenresidenz in mehreren Regionen, darunter die EU.
Netto oder brutto: Worauf du beim Preisvergleich achten musst
Beim Vergleich der Euro-Preise lauert eine Falle. Anthropic schreibt auf der Preisseite ausdrücklich, dass sich die angezeigten Preise ohne etwaige Steuern verstehen. Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer werden aus 18 Euro für Claude Pro rund 21,42 Euro im Monat, bei Jahreszahlung aus 15 Euro rund 17,85 Euro. OpenAI nennt für Plus 23 Euro auf der deutschen Seite bei einem Listenpreis von 20 US-Dollar. Wer gewerblich bucht und seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hinterlegt, kann je nach Anbieter den Nettopreis zahlen. Maßgeblich ist in jedem Fall der Betrag, den dir der Bezahlvorgang anzeigt, denn beide Anbieter passen Währung und Steuern an dein Land an.
Auch der Kaufweg spielt eine Rolle. ChatGPT-Abos lassen sich laut Hilfeseite über die Webseite, Apple oder Google Play abschließen und müssen dort gekündigt werden, wo sie gekauft wurden. Wer ein Abo über einen App-Store abschließt, sollte den Preis vorher mit dem Betrag im Browser vergleichen.
Wie unterscheiden sich die Nutzungslimits?
Die Limits sind im Alltag oft wichtiger als der Preis und hier unterscheiden sich die beiden Anbieter grundlegend.
Claude: Fünf-Stunden-Fenster und Wochenlimit
Bei Claude setzen sich alle Limits laut Preisseite in einem rollierenden Fünf-Stunden-Fenster zurück, bezahlte Pläne haben zusätzlich ein Wochenlimit. Chats im Web, auf dem Desktop, auf dem Handy und die Arbeit in Claude Code schöpfen aus demselben Topf. Eine feste Nachrichtenzahl nennt Anthropic nicht, weil der Verbrauch von der Länge der Unterhaltung, dem Modell und den genutzten Funktionen abhängt. Pro gibt dir mindestens das Fünffache von Free je Sitzung, Max das Fünf- oder Zwanzigfache von Pro.
Erreichst du eine Grenze, kannst du laut Preisseite warten, in einen höheren Plan wechseln oder in bezahlten Plänen Nutzungsguthaben zu API-Tarifen zuschalten. Mit Opus 5.5 hat Anthropic laut Ankündigung die Fünf-Stunden-Limits für Pro, Max, Team und Enterprise angehoben. Ein praktischer Hinweis aus der Funktionsweise großer Sprachmodelle hilft beim Sparen. Lange Unterhaltungen und hochgeladene Dateien zählen bei jeder neuen Nachricht mit, ein frischer Chat für ein neues Thema schont also das Kontingent.
ChatGPT: unbegrenzte Textchats, begrenzte Werkzeuge
OpenAI geht einen anderen Weg. Alltägliche Textchats und der Chatverlauf sind laut Preisseite in allen Stufen unbegrenzt, mit Schutz vor Missbrauch. Begrenzt sind dagegen die Werkzeuge, also Datei-Uploads, Bilderstellung, Sprachchats, Datenanalyse, Deep Research und die Denkstufen. Erreichst du ein Limit für ein Denkmodell, kann ChatGPT laut Hilfeseite mit einem anderen verfügbaren Modell weitermachen.
Für die Pro-Stufen gelten eigene Kontingente, die sich je nach Modell, Kontextmenge, Werkzeugnutzung und Geschwindigkeit unterschiedlich schnell verbrauchen. Ultrafast zählt laut Hilfeseite achtmal so stark wie der Standardmodus. Für Codex, ChatGPT Work und die Office-Erweiterungen lassen sich zusätzliche Credits kaufen.
Wer viele kurze Fragen stellt, stößt bei ChatGPT seltener an eine Grenze. Wer lange Dokumente bearbeitet oder viel programmiert, muss bei beiden Anbietern mit Limits rechnen, bei Claude betrifft das den ganzen Plan, bei ChatGPT die einzelnen Werkzeuge.
Werbung: Wo du Anzeigen siehst
Beim Thema Werbung unterscheiden sich die beiden Assistenten am deutlichsten.
OpenAI hat am 18. August 2026 angekündigt, die Anzeigen in ChatGPT auf 31 europäische Märkte auszuweiten, darunter Deutschland, Österreich und die Niederlande. Laut OpenAI erscheinen sie nur in Free und Go, Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei. In Free kannst du die Anzeigen abschalten, wenn du dafür geringere Limits akzeptierst. In Go gibt es diese Möglichkeit nicht. Wie die Anzeigen aussehen und welche Daten OpenAI dafür nutzt, erklärt unser Ratgeber zur ChatGPT-Werbung.
Anthropic hat am 4. Februar 2026 erklärt, dass Claude werbefrei bleibt. Laut der Ankündigung soll es weder gesponserte Links neben den Gesprächen geben noch Antworten, die von Werbekunden beeinflusst sind. Anthropic begründet das damit, dass viele Gespräche mit Claude persönliche oder sensible Themen berühren. Für alle, die keine Anzeigen sehen und trotzdem wenig zahlen wollen, ist Claude Free deshalb die naheliegende Gratisversion.
Funktionen im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt, welche Funktionen in welcher Form verfügbar sind, laut den Preis- und Hilfeseiten beider Anbieter (Stand: 19. Oktober 2026).
| Funktion | Claude | ChatGPT |
|---|---|---|
| Websuche | Alle Pläne | Alle Pläne |
| Tiefe Recherche | Research ab Pro | Deep Research, in Free und Go eingeschränkt |
| Bilder erzeugen | Nein | Ja, in Free eingeschränkt |
| Video erzeugen | Nein | Nein, Sora eingestellt |
| Sprachmodus | Alle Pläne | Alle Pläne, mit Tageslimits |
| Gedächtnis | Alle Pläne | In Free eingeschränkt |
| Projekte | Free bis zu 5, ab Pro unbegrenzt | Ab Plus |
| Programmieren | Claude Code ab Pro | Codex, in Free und Go eingeschränkt |
| Dokumente und Folien | Claude Docs, Slides, Design in allen Plänen | Pages und Slides in Space (Pro, Business, Enterprise) |
| Agenten | Cowork, Aufgaben planen ab Pro | ChatGPT Work, Dots ab Pro |
| Konnektoren und Apps | Alle Pläne | Alle Pläne, je nach App |
| Office-Erweiterungen | Microsoft 365 und Outlook ab Pro | Word, Excel, PowerPoint, Google Tabellen |
| Browser-Erweiterung | Claude in Chrome ab Pro | Integrierter Browser |
| Kontextfenster | bis zu 1 Million Token | bis zu 400.000 Token (Pro) |
Die Tabelle zeigt nur, ob es eine Funktion gibt. Wie gut sie im Einzelfall arbeitet, hängt von der Aufgabe ab. Die folgenden Abschnitte gehen deshalb Aufgabe für Aufgabe durch.
Texte schreiben und überarbeiten
Beide Assistenten schreiben E-Mails, Blogbeiträge, Berichte und Zusammenfassungen auf Deutsch und passen Ton und Länge auf Wunsch an. Anthropic hebt in den Ankündigungen von Opus 5.5 und Sonnet 5.5 hervor, dass beide Modelle klarer und leichter nachvollziehbar schreiben als die Vorgänger und die wichtigste Information nach vorn stellen. In Claude kannst du einen Entwurf laut Versionshinweisen direkt neben dem Chat bearbeiten, eine Stelle markieren und Claude die Änderung genau dort vornehmen lassen.
ChatGPT bietet für Texte eine ähnliche Breite und seit September 2026 eine eigene Erweiterung für Microsoft Word, die laut Versionshinweisen in allen Stufen einschließlich Free verfügbar ist. Dort entwirfst du aus Notizen, fasst Dokumente zusammen und überarbeitest markierte Stellen direkt in der Seitenleiste. Mit Pages in ChatGPT Space lassen sich Texte zudem gemeinsam mit anderen bearbeiten.
Welcher Stil dir besser gefällt, ist zum Teil Geschmackssache. Nach unserer Einschätzung lohnt sich Claude vor allem dann, wenn du mit festen Tonalitätsregeln, Styleguides oder sehr langen Vorlagen arbeitest, weil Projekte und Skills diese Vorgaben dauerhaft speichern. Wer gute Ergebnisse will, profitiert bei beiden von klaren Anweisungen, Tipps dazu stehen in unseren Grundlagen zum Prompt Engineering.
Programmieren: Claude Code gegen Codex
Beim Programmieren treten zwei eigene Werkzeuge gegeneinander an. Claude Code ist laut Dokumentation ein agentisches Programmierwerkzeug, das deine Codebasis liest, Dateien bearbeitet, Befehle ausführt und sich mit deinen Entwicklungswerkzeugen verbindet. Es läuft im Terminal, in VS Code und JetBrains, in der Desktop-App, im Browser und in Slack, dazu kommen Code-Review für Pull Requests und Sicherheits-Scans. Claude Code ist in allen bezahlten Plänen enthalten und teilt sich das Kontingent mit den Chats, in Free fehlt es.
Codex ist das Gegenstück von OpenAI. Laut Preisseite ist es in Free und Go eingeschränkt nutzbar, ab Plus erweitert. Seit dem 29. September 2026 gibt es Codex Cloud, das Aufgaben in eigenen, abgeschotteten Arbeitsumgebungen weiterlaufen lässt, auch wenn dein Rechner schläft. Dazu kommen Code-Review für Pull Requests, Codex Security Cloud für die Prüfung von Repositorys und für Pro-Nutzer die Beta der Composer-Vorschläge. In Codex stehen laut Hilfeseite GPT-6.1 Sol, GPT-6 Sol, GPT-6 Astra und die GPT-5.6-Modelle zur Wahl.
Anthropic nennt in der Ankündigung von Opus 5.5 eigene Benchmark-Werte. Im Benchmark für agentisches Programmieren Terminal-Bench 4.0 erreicht Opus 5.5 laut Anthropic 66,4 Prozent, GPT-6 Astra 57,9 Prozent, Sonnet 5.5 kommt laut seiner Ankündigung auf 70,6 Prozent. Anthropic schreibt selbst, dass Abstände in Benchmarks auf diesem Niveau immer weniger über Unterschiede im Alltag aussagen. Wer neben den großen Assistenten über spezialisierte Editoren nachdenkt, findet Alternativen in unseren Bewertungen von Cursor und GitHub Copilot.
Recherche und Websuche
Beide Assistenten durchsuchen das Netz und nennen Quellen zu ihren Antworten. Bei Claude ist die Websuche laut Preisseite in allen Plänen enthalten, ebenso bei ChatGPT. ChatGPT zeigt laut Versionshinweisen kurze Hinweise im Sprachmodus, wenn es gerade sucht, und kann verbundene Apps als Quellen einbeziehen.
Für schnelle Faktenfragen mit Quellen ist der Unterschied gering. Wer beruflich vor allem recherchiert und jede Aussage mit Fundstellen braucht, sollte auch einen Blick auf Perplexity werfen, das ganz auf diese Aufgabe ausgerichtet ist.
Deep Research und Research
Für längere Recherchen haben beide Anbieter einen eigenen Modus. Claude Research führt laut Hilfeseite mehrere aufeinander aufbauende Suchen durch, entscheidet anhand der Funde, was es als Nächstes untersucht, und arbeitet offene Fragen systematisch ab. Research ist nur in bezahlten Plänen verfügbar und braucht eine aktivierte Websuche.
ChatGPT Deep Research steht laut Preisseite schon in Free und Go eingeschränkt zur Verfügung, Plus erweitert die Funktion, Pro bietet die größten Kontingente. Laut Hilfeseite lassen sich verbundene Apps wie Google Drive als Quellen nutzen. Wer gelegentlich eine ausführliche Recherche ohne Abo braucht, ist bei ChatGPT besser bedient, weil Claude diese Funktion im Gratisplan nicht anbietet.
Datenanalyse und Tabellen
Beide Assistenten werten Tabellen aus, rechnen mit Daten und erstellen Diagramme. Claude erstellt und bearbeitet laut Preisseite in allen Plänen Dateien mit Code-Ausführung, also etwa Tabellen, Auswertungen und Präsentationen. Seit dem Frühjahr 2026 baut Claude laut Hilfeseite auch interaktive Diagramme und Grafiken direkt im Gespräch, ab Pro kommen Claude Dashboards in der Beta dazu.
ChatGPT bietet die Datenanalyse laut Preisseite in Free eingeschränkt und in den bezahlten Stufen erweitert an. Für Unternehmen gibt es seit September 2026 das Plugin Data in ChatGPT Work und Codex, das verbundene Geschäftsdaten auswertet und interaktive Dashboards oder Berichte erstellt. Mit GPT-6 kann ChatGPT außerdem interaktive Tabellen und Diagramme in Antworten einbauen. Wer viel in Excel arbeitet, nutzt bei ChatGPT die Office-Erweiterung, bei Claude die Anbindung an Microsoft 365 ab Pro.
Bilder erstellen
Bei der Bildgenerierung hat ChatGPT einen klaren Vorsprung, weil Claude keine eigene hat. Laut Hilfeseite von Anthropic erzeugt Claude keine Fotos oder Illustrationen wie Bildgeneratoren. Claude kann aber Diagramme, Schaubilder und interaktive Grafiken aus HTML und SVG bauen und hochgeladene Bilder analysieren. Wer trotzdem Bilder braucht, kann über einen Konnektor ein externes Bildwerkzeug anbinden.
ChatGPT nutzt seit dem 8. September 2026 ChatGPT Images 2.5. Laut Versionshinweisen liefert die Version schärfere Details, genaueres Bearbeiten und schnellere Erzeugung, dazu Vorlagen, Skizzen als Ausgangspunkt auf dem Handy und das Teilen von Prompts. In Free ist die Bilderstellung eingeschränkt, Plus erzeugt laut Preisseite komplexere und präzisere Bilder, Pro unbegrenzt. Auf Trustpilot kritisieren einzelne Nutzer, dass Bilder nicht immer der Beschreibung entsprechen. Einen Überblick über spezialisierte Werkzeuge bietet unser Vergleich der KI-Bildgeneratoren.
Video
Videos erzeugt derzeit keiner der beiden Assistenten mit einem eigenen Modell. OpenAI hat die Sora-App laut Hilfeseite am 26. April 2026 eingestellt, die Sora-Schnittstelle folgte am 24. September 2026. Was das für Videoprojekte bedeutet, steht in unserer Meldung zur Abschaltung der Sora-API. Anthropic führt im Team-Plan eine Beta namens Claude Motion, in den Plänen für Privatpersonen ist sie laut Preisseite nicht enthalten.
Sprache und Voice
Mit beiden Assistenten kannst du sprechen statt zu tippen. Claude bietet den Sprachmodus laut Preisseite in allen Plänen an, die Sprache dafür stellst du laut Hilfeseite getrennt von der Sprache der Oberfläche ein.
ChatGPT hat den Sprachassistenten deutlich weiter ausgebaut. Seit dem 15. Oktober 2026 rollt OpenAI GPT-Live-1.1 aus, laut Versionshinweisen mit natürlicheren Akzenten in mehreren Sprachen und neuen Stimmen unter anderem für Deutsch. Der Sprachmodus kann Plugins und verbundene Apps nutzen und in ChatGPT Work Dokumente, Präsentationen und Tabellen erstellen. Für die Live-Stimmen gelten Tageslimits, laut Versionshinweisen vom September bis zu drei Stunden in Go und Plus, bis zu 15 Stunden in Pro 100 und unbegrenzt in Pro 200. Bezahlte Stufen können seit Oktober zusätzlich Audiodateien hochladen, um Mitschriften und Zusammenfassungen zu erstellen. Wer viel per Sprache arbeitet, findet bei ChatGPT nach den Herstellerangaben den größeren Funktionsumfang.
Lange Dokumente und Kontextfenster
Das Kontextfenster bestimmt, wie viel Text ein Assistent auf einmal berücksichtigen kann, und hier liegt Claude laut den Herstellerangaben vorn. Die Preisseite von Anthropic nennt für alle Pläne bis zu einer Million Token je nach Modell, die Entwicklerdokumentation bestätigt das für Fable 5.1, Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Haiku 5.5.
Bei ChatGPT hängt das Fenster von Stufe und Modus ab. Laut Preisseite fasst der schnelle Instant-Modus 27.000 Token in Free, 54.000 in Go und Plus und 128.000 in Pro. Mit den Denkmodellen sind es 256.000 Token in Plus und 400.000 in Pro. Für Eingaben nennt OpenAI als Richtwert rund 40 Seiten Text im Instant-Modus von Plus, rund 320 Seiten mit den Denkmodellen von Plus und rund 680 Seiten in Pro. Ein Teil des Fensters geht laut OpenAI für Systemanweisungen, Erinnerungen und interne Verarbeitung ab.
Wer regelmäßig Verträge, Studien, Handbücher oder ganze Codebasen auf einmal auswerten will, hat mit Claude Pro mehr Spielraum als mit ChatGPT Plus. Bei sehr großen Dokumenten verbraucht Claude allerdings auch das Kontingent schneller. Vor dem Hochladen vertraulicher Dateien lohnt ein Blick in unseren Ratgeber zum Datenschutz bei PDF-Uploads.
Gedächtnis und Personalisierung
Beide Assistenten können sich Informationen über Gespräche hinweg merken. Bei Claude ist das Gedächtnis laut Hilfeseite in Free, Pro und Max standardmäßig eingeschaltet, in Team und Enterprise entscheiden die Verantwortlichen. Seit August 2026 listet Claude alles Gemerkte unter „Topics“ in den Einstellungen auf, wo du einzelne Einträge ändern oder löschen kannst. Themen wie Gesundheit oder Überzeugungen bleiben laut Anthropic draußen, solange du sensible Themen nicht ausdrücklich zulässt. Die Suche in früheren Chats ist den bezahlten Plänen vorbehalten.
ChatGPT bietet Erinnerungen und den Bezug auf frühere Chats in Free eingeschränkt, in den bezahlten Stufen erweitert und in Pro mit maximalem Umfang. Beide Anbieter haben Chats ohne Gedächtnis. Bei Claude heißen sie Inkognito-Chats, bei ChatGPT temporäre Chats. Beide fließen laut den Datenschutzseiten nicht ins Training ein.
Projekte, Skills und eigene Assistenten
Für wiederkehrende Arbeit bieten beide Anbieter Projekte, in denen Dateien und Anweisungen für mehrere Chats gelten. Claude erlaubt laut Preisseite bis zu fünf Projekte in Free und unbegrenzt viele ab Pro. Dazu kommen Skills, also gespeicherte Arbeitsanleitungen, die Claude bei passenden Aufgaben selbst heranzieht, und Plugins, die Anthropic seit September 2026 über ein eigenes Verzeichnis anbietet. Skills sind laut Preisseite in allen Plänen enthalten.
Bei ChatGPT gibt es Projekte, geplante Aufgaben und eigene GPTs ab Plus. Die eigenen GPTs sollen laut Versionshinweisen vom 11. September 2026 in allen Stufen auslaufen und durch Plugins ersetzt werden, die Anweisungen mit verbundenen Apps kombinieren. Wer ein Abo vor allem wegen bestimmter GPTs abschließt, sollte diese Umstellung einplanen.
Dokumente, Folien und Webseiten erstellen
Beide Anbieter haben im Herbst 2026 eigene Werkzeuge für fertige Dokumente eingeführt. Bei Claude kannst du seit dem 16. September 2026 in jedem Gespräch ein Design, eine Präsentation oder ein Dokument anfordern und direkt weiterbearbeiten. Claude Design, Claude Slides und Claude Docs sind laut Versionshinweisen in allen Plänen verfügbar, auch in Free. Mehr dazu steht in unserer Meldung zu Claude Docs und Slides.
OpenAI hat am 29. September 2026 Pages und am 16. Oktober 2026 ChatGPT Slides vorgestellt. Beide laufen im gemeinsamen Bereich ChatGPT Space, den OpenAI laut Versionshinweisen für Pro, Business und Enterprise anbietet. Folien lassen sich nach PowerPoint, PDF oder Google Präsentationen exportieren. Mit ChatGPT Sites erstellen Plus- und Pro-Kunden zudem gehostete Webseiten aus einem Gespräch. Für Plus-Kunden ohne Space-Zugang ist das Angebot also kleiner als der Funktionsumfang, den Claude schon im Gratisplan bietet.
Agenten und Automatisierung
Beide Anbieter wollen, dass ihr Assistent ganze Aufgaben selbstständig erledigt. Bei Claude heißt dieser Bereich Cowork. Seit dem 16. September 2026 ist Cowork laut Versionshinweisen Teil jedes Gesprächs, du kannst also eine kurze Frage stellen oder einen Bericht, eine Tabelle oder eine Präsentation in Auftrag geben, ohne vorher einen Modus zu wählen. Die Umstellung rollt schrittweise für Pro und Max aus. Cowork-Sitzungen laufen laut Anthropic auf Wunsch in der Cloud weiter, wenn der Laptop zugeklappt ist, und geplante Aufgaben starten auch ohne eingeschaltetes Gerät. Für Pro und Max gibt es außerdem eine Forschungsvorschau, in der Claude deinen Computer bedient.
OpenAI bündelt die Agentenarbeit in ChatGPT Work. Dort erstellt ChatGPT laut Versionshinweisen Dokumente, Präsentationen und Tabellen, nutzt verbundene Apps oder arbeitet in einem Browser. Plus und Pro bekommen Work auf Desktop, Web und Handy, Free und Go nur eingeschränkt in der Desktop-App. Neu sind die Dots, dauerhaft aktive Agenten mit eigenem Cloud-Rechner, die auf Basis von GPT-6 Astra laufende Aufgaben zwischen den Gesprächen weiterführen. Sie stehen Pro und Business Premium zur Verfügung, für Pro-Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien laut OpenAI zum Start allerdings nicht.
Integrationen und Konnektoren
Beide Assistenten lassen sich mit anderen Diensten verbinden, um dort Informationen zu lesen oder Aktionen auszuführen. Claude nennt diese Verbindungen Konnektoren, sie sind laut Preisseite in allen Plänen verfügbar. Der Microsoft-365-Konnektor kann laut Versionshinweisen inzwischen E-Mails entwerfen und senden, Termine verwalten und Dateien in OneDrive und SharePoint anlegen, sofern ein Administrator die Schreibrechte freigibt. Seit September gibt es zudem Salesforce in Claude als Beta für bezahlte Pläne.
Bei ChatGPT heißen die Verbindungen Apps und laufen über Plugins. Laut Hilfeseite verbindest du etwa Google Drive oder Slack und lässt ChatGPT Dateien finden, Dokumente zusammenfassen oder Nachrichten nachschlagen. Seit September lassen sich mehrere Konten pro Plugin verbinden und Box, Dropbox und SharePoint stehen neben Google Drive in der Bibliothek. Automatisierungen können laut OpenAI starten, sobald sich in einer verbundenen App etwas ändert.
Office-Programme und Browser
Für die Arbeit in Microsoft Office haben beide Anbieter Erweiterungen. Claude for Microsoft 365 und Claude for Microsoft Outlook sind laut Preisseite ab Pro enthalten, Anthropic führt zudem Claude for Google Workspace im Produktangebot. ChatGPT gibt es laut Preisseite als Erweiterung für Excel, Word, PowerPoint und Google Tabellen, die Word-Erweiterung ist laut Versionshinweisen auch in Free nutzbar.
Für den Browser gibt es ab Pro die Erweiterung Claude in Chrome. ChatGPT bringt laut Preisseite einen integrierten Browser mit, den du innerhalb von ChatGPT nutzt.
Apps für Desktop und Handy
Beide Assistenten gibt es im Browser sowie als App für iOS, Android und den Desktop. Claude bietet laut Preisseite in allen Plänen Chats im Web, auf iOS, Android und dem Desktop sowie Desktop-Erweiterungen. Die Claude-App für das Handy kann laut Versionshinweisen interaktive Apps direkt im Gespräch darstellen.
ChatGPT ist laut Preisseite per Web, iOS und Android erreichbar, dazu kommen Desktop-Apps für macOS und Windows. Laut Hilfeseite unterstützen die älteren Desktop-Apps die neue Intelligent UI nicht, dafür empfiehlt OpenAI die Webversion. Auf dem iPhone kann ChatGPT seit Oktober mehrere Seiten einscannen und automatisch zu einem PDF zusammenfügen.
Schnittstelle für Entwickler
Wer eigene Anwendungen baut, nutzt die Schnittstellen der Anbieter, die nach verbrauchten Token abgerechnet werden. Bei Anthropic kostet Opus 5.5 laut Modellübersicht 4 US-Dollar je Million Eingabe-Token und 20 Dollar je Million Ausgabe-Token, Sonnet 5.5 2 und 10 Dollar, Fable 5.1 10 und 50 Dollar, Haiku 5.5 ab 0,10 und 0,50 Dollar. Max- und Team-Kunden erhalten seit Oktober ein monatliches API-Guthaben. Auch OpenAI rechnet die Schnittstelle laut Hilfeseite getrennt vom ChatGPT-Abo ab. Für reine Chat-Nutzung ist das Abo bei beiden Anbietern der einfachere Weg.
Ergebnisqualität laut Nutzern und Fachberichten
Welcher Assistent bessere Antworten liefert, lässt sich nur über Umwege beurteilen, über Ranglisten, Herstellerangaben und Nutzerbewertungen.
Was die Ranglisten zeigen
In der Text-Rangliste von LMArena, in der Menschen anonym zwei Antworten gegeneinander bewerten, lagen am 15. Oktober 2026 Modelle von Anthropic weit vorn. Claude Opus 5.5 (High) belegte mit 1.508 Punkten Platz 3, dahinter folgten mehrere weitere Claude-Modelle bis Platz 8. Auf Platz 1 stand vorläufig Gemini 4 Argon von Google. Das bestplatzierte OpenAI-Modell war GPT-6.1 Sol (Max) auf Platz 22 mit 1.484 Punkten, GPT-6 Astra (Max) lag auf Platz 30.
Im Intelligence Index von Artificial Analysis, der viele Benchmarks zu einem Sammelwert zusammenfasst, führten am 19. Oktober 2026 ebenfalls Claude-Modelle. Claude Opus 5.5 erreichte bei maximalem Aufwand 58 Punkte, Claude Sonnet 5.5 56 Punkte und GPT-6 Astra 53 Punkte. Beide Ranglisten messen allgemeine Fähigkeiten im Durchschnitt vieler Aufgaben. Für deinen Einsatz kann ein Modell mit etwas weniger Punkten trotzdem besser passen, etwa weil es eine Funktion hat, die das andere nicht bietet.
Was die Herstellerangaben sagen
Anthropic vergleicht Opus 5.5 in der Ankündigung direkt mit GPT-6 Astra. Bei Wissensarbeit in 44 Berufen (GDPval-AA) übertrifft Opus 5.5 laut Anthropic bei mittlerem Aufwand GPT-6 Astra bei maximalem Aufwand zu etwa einem Fünftel der Kosten je Aufgabe. Diese Werte stammen vom Hersteller selbst und sind keine unabhängige Messung. Anthropic merkt in derselben Ankündigung an, dass Benchmark-Abstände auf diesem Niveau ein immer unzuverlässigerer Hinweis auf Unterschiede im Alltag sind.
OpenAI beschreibt GPT-6 in den Versionshinweisen vor allem über neue Funktionen wie die Intelligent UI und das frühe Antworten während des Nachdenkens. Zu GPT-6.1 Sol schreibt OpenAI, es verbessere GPT-6 Sol beim agentischen Programmieren, bei der Computersteuerung und bei Büroarbeit.
Was Nutzer berichten
Auf Trustpilot fallen die Bewertungen beider Dienste schlecht aus. ChatGPT kam am 19. Oktober 2026 auf 1,6 von 5 Sternen bei 3.836 Bewertungen, Claude auf 1,5 Sterne bei 2.082 Bewertungen. Beide Profile sind laut Trustpilot nicht vom Anbieter beansprucht. In den jüngsten Bewertungen zu Claude kritisieren einige Nutzer die Nutzungslimits, die gerade im Gratisplan schnell erreicht seien. Bei ChatGPT bemängeln Nutzer unter anderem die Bildgenerierung, den Ton der Antworten und eingeblendete Hinweise in der Oberfläche. Solche Plattformen sammeln vor allem Beschwerden, als Abbild der Gesamtzufriedenheit taugen sie nur eingeschränkt. Aktuelle Werte von G2 ließen sich am Abrufdatum nicht abrufen.
Fehler und erfundene Fakten
Beide Assistenten können sich irren und Angaben erfinden, die plausibel klingen. Anthropic schreibt in der Datenschutzerklärung ausdrücklich, dass das Unternehmen die sachliche Richtigkeit der Ausgaben nicht garantieren kann. OpenAI weist etwa bei Audio-Mitschriften darauf hin, dass sie Fehler enthalten können. Für wichtige Fakten, Zahlen, Zitate und rechtliche Fragen gilt deshalb bei beiden dieselbe Regel. Lass dir Quellen nennen, prüfe sie selbst und verlasse dich bei Entscheidungen mit Folgen nicht allein auf die Antwort des Assistenten.
Datenschutz und Serverstandort
Für viele deutsche Nutzer ist der Datenschutz der wichtigste Unterschied und hier liegen beide Anbieter näher beieinander, als man vermuten würde.
Claude mit privatem Konto
Für Privatkonten in Free, Pro und Max fragt Anthropic, ob deine Chats und Programmiersitzungen zur Verbesserung von Claude genutzt werden dürfen. Die Preisseite führt das Modelltraining für alle Privatpläne als „Opt-out“, die Einstellung lässt sich jederzeit ändern. Erlaubst du das Training, kann Anthropic deine Daten laut Datenschutz-Center in anonymisierter Form bis zu fünf Jahre in den Trainingsabläufen speichern. Schaltest du es ab, nutzt Anthropic weder alte noch neue Chats für künftiges Training, bereits laufende Trainings bleiben unberührt.
Gelöschte Unterhaltungen verschwinden laut Anthropic sofort aus dem Verlauf und innerhalb von 30 Tagen aus den Speichersystemen. Inkognito-Chats nutzt Anthropic auch bei eingeschaltetem Training nicht. Ausnahmen gelten für Feedback über die Daumen-Schaltflächen, das fünf Jahre gespeichert wird, und für Chats, die als Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinie markiert werden.
ChatGPT mit privatem Konto
OpenAI kann Inhalte aus den Diensten für Einzelpersonen laut Hilfeseite zum Training verwenden. Widersprechen kannst du unter Einstellungen und Datenkontrollen mit der Option „Das Modell für alle verbessern“ oder im Datenschutzportal mit „Meine Inhalte nicht zum Trainieren verwenden“. Danach nutzt OpenAI deine neuen Gespräche nicht mehr. Gibst du Feedback über Daumen hoch oder runter, kann das zugehörige Gespräch trotz Widerspruch ins Training einfließen. Temporäre Chats nutzt OpenAI laut Hilfeseite nicht zum Training. Für Codex gibt es eine eigene Einstellung, die vollständige Arbeitsumgebungen betrifft.
Seit September 2026 bündelt OpenAI laut Versionshinweisen alle Datenschutzinformationen in einem Privacy Center, das in Free, Go, Plus und Pro erreichbar ist. Die eigentlichen Einstellungen bleiben in den ChatGPT-Einstellungen.
Serverstandort und EU-Datenresidenz
Beide Anbieter haben eine irische Gesellschaft, die für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum verantwortlich ist, Anthropic Ireland und OpenAI Ireland. Verarbeitet werden die Daten bei beiden laut Datenschutzerklärungen aber auch außerhalb Europas. Anthropic schreibt, dass personenbezogene Daten an Server in den USA oder andere Länder außerhalb des EWR übertragen werden, abgesichert über Angemessenheitsbeschlüsse und Standardvertragsklauseln. OpenAI verarbeitet Daten laut EU-Datenschutzrichtlinie auf Servern außerhalb des EWR, darunter in den USA, ebenfalls mit Standardvertragsklauseln als Grundlage.
Eine Speicherung in der EU bietet derzeit nur OpenAI an, allerdings nur für Firmenkunden. Neue Arbeitsbereiche in ChatGPT Enterprise und Edu sowie Projekte in der API können laut OpenAI Daten im Ruhezustand in Europa speichern, seit Januar 2026 ist für berechtigte Enterprise-, Edu- und Gesundheitskunden auch die Verarbeitung auf Rechnern in Europa wählbar. Bei Anthropic steht in der Entwicklerdokumentation, dass „us“ derzeit der einzige verfügbare Speicherort für Arbeitsbereiche ist. Für die Verarbeitung lassen sich dort nur „global“ oder „us“ wählen. Eine EU-Option gibt es bei Anthropic direkt nicht, nur über Cloud-Anbieter wie Amazon Bedrock oder Google Cloud, deren Regionen über die Adresse der Schnittstelle festgelegt werden.
Wer europäisches Hosting für einen Assistenten braucht, findet es eher bei einem europäischen Anbieter wie Mistral. Weitere Optionen mit Angaben zum Serverstandort stehen in unseren Übersichten der Claude-Alternativen und der ChatGPT-Alternativen.
Firmenkonten und Kundendaten
Für die Arbeit mit Kundendaten gehören bei beiden Anbietern die Firmenpläne her. Claude Team und Enterprise trainieren laut Preisseite standardmäßig nicht mit euren Inhalten, das Gedächtnis ist dort zunächst ausgeschaltet und Enterprise bietet eigene Aufbewahrungsfristen. ChatGPT Business, Enterprise und Edu nutzen laut OpenAI keine Eingaben, Antworten oder Dateien zum Training, es sei denn, die Organisation hat eine gesonderte Vereinbarung unterschrieben. Auch Feedback über die Daumen-Schaltflächen fließt dort nicht ins Training ein.
Für den betrieblichen Einsatz in Deutschland brauchst du in jedem Fall einen Auftragsverarbeitungsvertrag und musst dich mit dem Datentransfer in die USA befassen. Bei Personaldaten, Gesundheitsdaten oder Berufsgeheimnissen sollte die Entscheidung gemeinsam mit dem oder der Datenschutzbeauftragten fallen. Die Privatpläne beider Anbieter sind für solche Daten nach unserer Einschätzung nicht gedacht.
Wie gut können Claude und ChatGPT Deutsch?
Beide Assistenten verstehen und schreiben Deutsch und beide bieten eine deutsche Oberfläche an.
Claude listet Deutsch laut Hilfe-Center unter den unterstützten Sprachen der Oberfläche im Web und in der Desktop-App. Die Sprache stellst du über das Profil unter „Language“ ein, unterhalten kannst du dich unabhängig davon in jeder Sprache. Das Hilfe-Center und die Preisseite gibt es ebenfalls auf Deutsch. Für den Sprachmodus wählst du die Sprache getrennt.
ChatGPT erkennt die Sprache laut Hilfeseite automatisch an deinem Browser oder Handy und führt Deutsch in der Liste der unterstützten Sprachen. Mit dem Update vom 15. Oktober 2026 kommen laut OpenAI neue Live-Stimmen für Deutsch dazu.
Wer vor allem Übersetzungen braucht, kommt mit beiden Assistenten weit. Für Fachübersetzungen mit Glossaren lohnt zusätzlich der Blick auf spezialisierte Werkzeuge wie DeepL.
Welche Funktionen in Deutschland fehlen oder eingeschränkt sind
Nicht jede neue Funktion kommt sofort nach Europa, das betrifft vor allem ChatGPT.
- Die Dots, die dauerhaft aktiven Agenten von ChatGPT, sind für Pro-Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien zum Start laut OpenAI nicht verfügbar.
- Die Finanzfunktionen in ChatGPT, mit denen du Bankkonten verbindest, stehen laut Versionshinweisen Nutzern in den USA zur Verfügung.
- Die Bewerbungsphase für den Rosalind Academic Plan richtet sich laut OpenAI an Labore an US-Universitäten.
- Bei Claude rollt die Zusammenlegung von Chat und Cowork laut Versionshinweisen schrittweise für Pro und Max aus, einzelne Konten sehen sie später.
Bei Anthropic nennen die Versionshinweise für die hier verglichenen Funktionen keine Länderbeschränkung für Deutschland. Ob eine Funktion in deinem Konto schon auftaucht, siehst du in beiden Diensten in den Einstellungen oder in der Modellauswahl.
Für wen eignet sich Claude?
Nach den Ranglisten und Herstellerangaben spricht vieles für Claude, wenn deine Arbeit vor allem aus Text und Code besteht.
- Du schreibst viel, arbeitest mit festen Stilvorgaben und willst diese dauerhaft in Projekten und Skills hinterlegen.
- Du wertest lange Verträge, Studien oder Handbücher aus und brauchst ein großes Kontextfenster.
- Du programmierst und willst mit Claude Code im Terminal, im Editor oder im Browser arbeiten.
- Du willst Dokumente, Folien und Designs direkt im Gespräch erstellen, auch schon im Gratisplan.
- Du legst Wert auf einen Assistenten ohne Werbung, auch in der kostenlosen Version.
- Du zahlst gern jährlich und willst das Standardabo möglichst günstig bekommen.
Weniger passend ist Claude, wenn du Bilder erzeugen willst, sehr viel per Sprache arbeitest oder eine günstige Zwischenstufe zwischen Gratis und Standard suchst. Auch wer mit dem Gratisplan viele Stunden am Tag arbeiten will, stößt bei Claude schneller an Grenzen. Weitere Erfahrungen und die Note findest du in der Einzelbewertung.
Für wen eignet sich ChatGPT?
ChatGPT ist das breitere Alltagswerkzeug mit mehr Funktionen rund um Bilder, Sprache und Zusammenarbeit.
- Du willst Bilder erzeugen und bearbeiten, ohne ein zweites Werkzeug zu abonnieren.
- Du sprichst gern mit dem Assistenten und nutzt den Sprachmodus regelmäßig, auch mit verbundenen Apps.
- Du stellst viele kurze Fragen und willst im Gratisplan unbegrenzt Textchats führen, auch mit Werbung.
- Du suchst eine günstige Stufe wie Go für 8 Euro im Monat.
- Du arbeitest in Word, Excel und PowerPoint und willst den Assistenten dort in einer Seitenleiste nutzen.
- Du brauchst gelegentlich eine ausführliche Recherche ohne Abo.
Weniger passend ist ChatGPT, wenn du keine Werbung sehen und trotzdem wenig zahlen möchtest, sehr lange Dokumente auf einmal auswerten willst oder einen jährlichen Rabatt suchst. Die günstigen Stufen Free und Go zeigen Anzeigen, Plus gibt es nur monatlich.
Claude oder ChatGPT: Was passt zu typischen Fällen?
Die folgenden Fälle zeigen, wie die Unterschiede in konkreten Situationen ins Gewicht fallen.
Studium und Ausbildung
Für Hausarbeiten, Zusammenfassungen und das Lernen mit langen Skripten spricht das große Kontextfenster für Claude, für Lernkarten und Recherchen im Gratisplan spricht ChatGPT. OpenAI bietet laut Versionshinweisen seit September interaktive Lernkarten in allen Stufen an und Deep Research ist schon in Free eingeschränkt verfügbar. Wer wenig Geld hat und Werbung akzeptiert, kommt mit ChatGPT Free oder Go weit.
Texte, Marketing und Redaktion
Wer täglich Texte nach festen Vorgaben schreibt, profitiert bei Claude von Projekten, Skills und dem direkten Bearbeiten im Entwurf. Brauchst du zusätzlich Bilder für Beiträge oder Präsentationen, liefert ChatGPT sie aus einer Hand. Für Redaktionen mit Bildbedarf kann deshalb die Kombination aus beiden sinnvoll sein.
Softwareentwicklung
Für Entwicklerinnen und Entwickler sind beide Anbieter ernsthafte Optionen, Claude Code und Codex decken Terminal, Editor, Cloud und Code-Review ab. Laut den Ranglisten von LMArena und Artificial Analysis liegen die aktuellen Claude-Modelle vorn, Anthropic belegt das mit eigenen Programmier-Benchmarks. Wer intensiv arbeitet, landet bei beiden in einer teuren Stufe, also bei Claude Max oder ChatGPT Pro.
Selbstständige und kleine Teams
Für Selbstständige ist die Abrechnung oft wichtiger als ein Funktionsdetail. Claude Pro gibt es mit Jahresrabatt, ChatGPT Plus nur monatlich. Bei Teams ab zwei Personen lohnt der Wechsel in Claude Team oder ChatGPT Business, weil beide dort standardmäßig nicht mit euren Daten trainieren. Ein Standard-Platz kostet bei Claude laut Preisseite netto 18 bis 21,04 Euro, bei ChatGPT 21 bis 26 Euro.
Unternehmen mit hohen Datenschutzanforderungen
Muss die Speicherung in der EU erfolgen, bietet derzeit nur ChatGPT Enterprise eine Lösung direkt beim Anbieter. Bei Claude führt der Weg über Cloud-Plattformen wie Amazon Bedrock oder Google Cloud, die eigene Verträge und Preise haben. Beide Varianten erfordern eine Prüfung durch eure Rechts- und Datenschutzabteilung.
Lohnt es sich, Claude und ChatGPT zu kombinieren?
Viele Nutzer arbeiten mit zwei Assistenten und bei diesen beiden ergänzen sich die Stärken gut.
Eine sparsame Variante ist Claude Pro für Texte, lange Dokumente und Programmierung, kombiniert mit ChatGPT Free für gelegentliche Bilder und Sprachchats. Das kostet nur das Claude-Abo, dafür siehst du in ChatGPT Werbung. Wer umgekehrt vor allem ChatGPT Plus nutzt, kann Claude Free ergänzend für Dokumente, Folien und lange Texte einsetzen, solange das Gratiskontingent reicht. Zwei volle Abos, Claude Pro und ChatGPT Plus, kosten zusammen rund 44 Euro im Monat einschließlich Steuern, bei Jahreszahlung von Claude rund 41 Euro. Das lohnt sich nur, wenn du beide Arbeitsumgebungen regelmäßig nutzt.
Beide Anbieter erlauben monatliche Abos, die sich jederzeit zum Ende des Abrechnungszeitraums kündigen lassen. Ein Probemonat im jeweils anderen Dienst ist also ohne lange Bindung möglich. Wer sich auch Google ansehen möchte, findet in unseren Gemini-Erfahrungen die dritte große Option.
Fazit: Claude oder ChatGPT?
Im direkten Vergleich Claude vs. ChatGPT liegen beide Assistenten in der Standardklasse preislich nah beieinander, unterscheiden sich aber deutlich im Zuschnitt. Claude führt in den Ranglisten von LMArena und Artificial Analysis (Stand Mitte Oktober 2026) vor den OpenAI-Modellen, bietet das größere Kontextfenster, ein starkes Programmierpaket und Dokumente, Folien und Designs schon im Gratisplan. Werbung gibt es bei Claude laut Anthropic auch künftig nicht. ChatGPT bietet mehr Funktionen für den Alltag, vor allem Bildgenerierung, einen ausgebauten Sprachassistenten, unbegrenzte Textchats im Gratisplan und mit Go eine günstige Einstiegsstufe, finanziert die günstigen Stufen dafür über Werbung.
Die Entscheidung fällt deshalb über deine Aufgaben. Wer schreibt, auswertet und programmiert, ist mit Claude gut bedient. Wer ein vielseitiges Werkzeug für Bilder, Sprache und schnelle Fragen sucht, greift zu ChatGPT. Beim Datenschutz gilt für beide dieselbe Regel. Für Kundendaten gehört ein Firmenplan her, privat solltest du die Trainingseinstellungen bewusst setzen. Die Preise haben den Stand: 19. Oktober 2026, prüfe sie vor dem Abschluss auf den Preisseiten von Anthropic und OpenAI.