OpenAI stellt am 24. September 2026 die Sora-API ein. Betroffen sind die Videos API, also die Programmierschnittstelle für KI-Videos auf der OpenAI-Plattform, und die Modelle sora-2 und sora-2-pro. Angekündigt hatte OpenAI das Aus am 24. März 2026, die Sora-App und die Web-Version sind schon seit dem 26. April 2026 abgeschaltet.
Erzeugt deine Anwendung oder dein Workflow Videos über die OpenAI-API, brauchst du ab jetzt einen neuen Anbieter. Ein Modellwechsel innerhalb von OpenAI hilft nicht weiter, denn die Liste der Abkündigungen (angekündigte Abschaltungen von Modellen) nennt für Sora kein Ersatzmodell.
Was genau schaltet OpenAI ab?
Mit dem Stichtag endet der gesamte Videodienst der OpenAI-API. Neben sora-2 und sora-2-pro fallen auch alle Snapshots weg, also eingefrorene Modellversionen wie sora-2-2025-12-08. Eine vergleichbare Ersatz-API gibt es laut OpenAI nicht. Zur Einordnung der Kosten: sora-2 kostete 0,10 Dollar pro Videosekunde, sora-2-pro je nach Auflösung 0,30 bis 0,70 Dollar.
Was passiert mit deinen Videos und deinem Guthaben?
Für Videos aus der API gab es nie eine lange Aufbewahrung. Laut OpenAI-Leitfaden galten Download-Links nur eine Stunde nach der Erzeugung, Ergebnisse aus Batch-Aufträgen (gesammelt abgearbeiteten Anfragen) 24 Stunden. Mit der Videos API entfällt auch der Abruf gespeicherter Clips über die Schnittstelle.
Für Inhalte aus der Sora-App verweist OpenAI im Hilfe-Center auf eine Exportfunktion unter sora.chatgpt.com/sunset. Nach einem möglichen letzten Exportfenster löscht OpenAI alle Sora-Daten dauerhaft. Gekaufte ChatGPT- oder Sora-Credits (Guthabenpunkte) kannst du laut OpenAI weiter für den Programmierassistenten Codex einsetzen.
Prepaid-Guthaben für die API, also vorab bezahltes Nutzungsguthaben, ist nicht an Sora gebunden und gilt für die gesamte API. Es verfällt ein Jahr nach dem Kauf. Erstattungen gibt es laut OpenAI nur, wenn Gesetz oder Vertrag sie vorsehen oder eine Ausnahme greift, etwa bei einem nachgewiesenen Abrechnungsfehler.
Welche Videogeneratoren eignen sich als Ersatz?
Die naheliegenden Alternativen rechnen in ihren Schnittstellen pro Videosekunde ab. Die Tabelle zeigt die Listenpreise der Anbieter in US-Dollar, maßgeblich ist der Betrag im Bezahlvorgang (Stand 24. September 2026, bei Pika Stand 18. September 2026).
| Anbieter | Aktuelles Modell | API-Preis pro Sekunde |
|---|---|---|
| Veo 3.1 (Standard, Fast, Lite) | 0,05 bis 0,40 Dollar in 720p und 1080p, bis 0,60 Dollar in 4K | |
| Kuaishou | Kling 3.0 | 0,084 Dollar (720p ohne Ton) bis 0,168 Dollar (1080p mit Ton) |
| Runway | Gen-4.5 | 0,12 Dollar (12 Credits zu je 0,01 Dollar) |
| Pika | Pika 2.5 | 0,04 Dollar (720p) bis 0,09 Dollar (1080p), dazu 10 Dollar Monatsbeitrag |
In unserem Test lieferte Google Veo die beste Kombination aus Bild und synchronem Ton. Veo 3.1 Fast kostet in 720p mit 0,10 Dollar pro Sekunde so viel wie zuvor sora-2, die Standardvariante liegt mit 0,40 Dollar im Bereich von sora-2-pro. Als Standardmodell empfiehlt Google Entwicklern in der Gemini-API-Dokumentation Gemini Omni Flash, seit dem 27. August 2026 allgemein verfügbar und in 720p für rund 0,10 Dollar pro Sekunde. Für Szenenverlängerungen verweist Google auf Veo 3.1.
Kling AI des chinesischen Anbieters Kuaishou erzeugt Ton im selben Durchgang und ist deutlich günstiger als Veo in Standardqualität. Abgerechnet wird über vorab gekaufte Pakete mit begrenzter Laufzeit. In unserem Test fielen der schwache Support und die ungeklärte DSGVO-Konformität (Datenschutz-Grundverordnung) negativ auf.
Runway passt, wenn du mehrere Modelle über eine Schnittstelle ansprechen willst. Die Runway-API bietet neben dem eigenen Gen-4.5 auch Fremdmodelle an, darunter Veo 3.1 mit Ton für 40 Credits pro Sekunde, also zum gleichen Preis wie bei Google. Was die Abos für die Web-Oberfläche kosten, steht in unserem Beitrag zu den Runway-Kosten.
Pika ist der günstigste Einstieg, eignet sich aber eher für verspielte Social-Media-Clips als für realistische Szenen. Seit August 2026 bündelt der Pika API Club über 100 Modelle hinter einem Zugang, darunter Veo 3.1 und Kling 3.0.
Worauf solltest du beim Umstieg achten?
Ein Anbieterwechsel bedeutet mehr Arbeit als ein neuer Modellname im Code. Sora 2 lieferte bis zu 20 Sekunden am Stück, bei anderen Modellen unterscheiden sich Cliplänge und Parameter. Teste deine typischen Prompts deshalb zuerst mit kleinen Mengen.
- Prüfe, ob Ton im Sekundenpreis enthalten ist. Bei Kling 3.0 kostet die Variante mit Ton die Hälfte mehr.
- Achte auf Verfallsfristen, etwa bei den Kling-Paketen.
- Sichere erzeugte Videos sofort in eigenem Speicher, auch beim neuen Anbieter.
- Kapsle den Anbieter in deinem Code in einer eigenen Schicht, damit ein erneuter Wechsel weniger Aufwand macht.
Für wen lohnt sich welcher Umstieg?
Hast du Sora 2 Pro für hochwertige Werbe- oder Produktclips genutzt, landest du mit Veo 3.1 in einer ähnlichen Preisklasse und bekommst die beste Kombination aus Bild und Ton aus unserem Test. Für viele kurze Clips mit kleinem Budget sind Veo 3.1 Fast, Kling 3.0 oder Pika 2.5 die günstigeren Kandidaten. Willst du dich nicht wieder an einen einzelnen Modellanbieter binden, sind Runway oder der Pika API Club mit mehreren Modellen unter einem Zugang die robustere Wahl. Mehr Tools mit Abopreisen findest du in unserem KI-Videogenerator-Vergleich. Enthält deine Anwendung noch Sora-Aufrufe, entferne sie oder fange die Fehler sauber ab, damit deine Nutzer keine leeren Ergebnisse sehen.