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ARD/ZDF-Medienstudie 2026: 59 Prozent nutzen KI-Tools

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Illustration zum Magazinbeitrag ARD/ZDF-Medienstudie 2026, Kategorie Magazin | vergleich.cc

ARD und ZDF haben am Dienstag, 22. September 2026, ihre Medienstudie 2026 veröffentlicht, in diesem Jahr mit einem Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz. 59 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren nutzen KI-Tools wie ChatGPT zumindest gelegentlich. Ein Jahr zuvor waren es 42 Prozent. Befragt wurden 2.462 Personen, die Erhebung lief vom 27. Januar bis 19. April 2026.

Für dich als Nutzer zeigt die Studie zweierlei. KI-Assistenten gehören für die Mehrheit zum privaten Alltag, gleichzeitig hält mehr als die Hälfte der Bevölkerung ihre Antworten für weniger oder nicht vertrauenswürdig. Beim Umgang mit Quellenangaben klafft außerdem eine Lücke zwischen Wunsch und Verhalten.

Wie viele Menschen in Deutschland nutzen KI-Tools?

Die Reichweite ist auf jeder Nutzungsstufe gewachsen. Mindestens einmal pro Woche greifen 37 Prozent zu einem KI-Tool, 2025 waren es 22 Prozent. Täglich nutzen 13 Prozent die Werkzeuge, fast doppelt so viele wie im Vorjahr mit 7 Prozent. Mindestens monatlich sind es 50 Prozent nach 32 Prozent im Jahr 2025.

Zum Vergleich: Suchmaschinen wie Google nutzen 84 Prozent mindestens wöchentlich. Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia haben trotz des KI-Wachstums zugelegt, von 35 auf 39 Prozent wöchentlicher Nutzung.

Wichtig für die Einordnung: Die Studie fragt nur die private Nutzung ab. Wer KI-Assistenten ausschließlich im Job verwendet, taucht in diesen Zahlen nicht als Nutzer auf. KI-Zusammenfassungen in Suchmaschinen, also die automatisch erzeugten Antworten über den normalen Treffern, hat das Forschungsteam ausgeklammert, weil sie sich in der Befragung kaum von der gewöhnlichen Suche trennen lassen.

Wie groß ist der Unterschied zwischen Jung und Alt?

Das Alter ist laut Studie der mit Abstand wichtigste Faktor. Bei den 14- bis 29-Jährigen nutzen 92 Prozent zumindest selten KI-Tools, 23 Prozent sogar täglich.

Altersgruppe mindestens selten mindestens wöchentlich
14 bis 29 Jahre 92 % 68 %
30 bis 49 Jahre 76 % 48 %
50 bis 69 Jahre 49 % 24 %
ab 70 Jahre 15 % 8 %

Neu erhoben wurde die Verweildauer, also die Zeit pro Tag, gerechnet nur über die Befragten, die am Vortag tatsächlich ein KI-Tool genutzt haben. Sie liegt bei 57 Minuten, bei den 14- bis 29-Jährigen bei 67 und bei den 50- bis 69-Jährigen bei 28 Minuten. Studienautor Thomas Kupferschmitt vom ZDF vermutet, dass vor allem die mehrmals tägliche Nutzung das Wachstum treibt, weniger die Länge einzelner Sitzungen.

Nennt die Studie einzelne Tools wie ChatGPT oder Gemini?

Eine Rangliste der Anbieter enthält die Studie nicht. Abgefragt wurde die Sammelkategorie „KI-Tools wie z. B. ChatGPT“. Im begleitenden Fachaufsatz in Media Perspektiven nennt Kupferschmitt ChatGPT, Google Gemini und Perplexity als Beispiele. Wie viele Menschen welches Werkzeug nutzen und wofür genau, geht aus den veröffentlichten Daten nicht hervor.

Einen Hinweis auf den Einsatz liefert die Frage nach Nachrichten. 64 Prozent der mindestens monatlichen Nutzer lesen journalistische Nachrichtenangebote im Internet genauso oft wie vor ihrem Einstieg in KI-Tools. 16 Prozent nutzen sie seither seltener, 6 Prozent häufiger. Bei den 14- bis 29-Jährigen besuchen 24 Prozent Nachrichtenseiten seltener als früher.

Wie sehr vertrauen die Befragten den Antworten?

Über die gesamte Bevölkerung gerechnet, also einschließlich der Menschen ohne KI-Erfahrung, halten 54 Prozent Informationen aus KI-Tools für weniger oder nicht vertrauenswürdig. 33 Prozent stufen sie als eher vertrauenswürdig ein, nur 3 Prozent als sehr vertrauenswürdig. Bei den Nutzern, die mindestens einmal im Monat zu KI greifen, dreht sich das Bild. Von ihnen vertrauen 58 Prozent den Antworten eher oder sehr.

Bei der Transparenz sehen viele trotzdem eine Lücke. Mehr als die Hälfte der monatlichen Nutzer kann in ihrem meistgenutzten Tool nicht auf den ersten Blick erkennen, woher die Informationen stammen (43 Prozent „eher nicht“, 15 Prozent „überhaupt nicht“). Gleichzeitig halten 81 Prozent Quellenangaben für wichtig oder sehr wichtig. Auf die Links zu den Originalquellen klicken dann aber nur 38 Prozent meistens oder jedes Mal, 58 Prozent tun das gelegentlich oder nie. Ausgerechnet die skeptischeren Älteren klicken seltener. Bei den 14- bis 29-Jährigen folgen 44 Prozent den Links meistens oder immer, ab 70 Jahren sind es 23 Prozent.

Was bedeuten die Zahlen für dich als Nutzer?

Die Studie misst Gewohnheiten und Einschätzungen. Ob die Antworten der Tools stimmen, hat sie nicht geprüft, und welches Werkzeug zu deinen Aufgaben passt, beantwortet sie auch nicht. Dafür findest du in unserer Übersicht der wichtigsten KI-Tools Empfehlungen nach Aufgabe.

Beim Thema Quellen lohnt ein ehrlicher Blick auf die eigene Routine. Wenn dir Belege wichtig sind, du die Links aber selten öffnest, bist du laut Studie in großer Gesellschaft. Bei Fragen, in denen eine falsche Zahl oder ein erfundenes Zitat Folgen hätte, ist der Klick trotzdem gut investiert, denn Sprachmodelle schlagen nicht automatisch in einer Datenbank nach, wie unser Beitrag zur Funktionsweise von ChatGPT erklärt.

Die Tools machen Quellen zudem unterschiedlich sichtbar. In unserem Perplexity-Test stehen nummerierte Quellenangaben direkt hinter den Aussagen, bei ChatGPT wirkt die Quellenangabe weniger systematisch. Wie du Belege aus KI-Antworten prüfst, zeigt unser Ratgeber zur Literaturrecherche mit KI.